Lieferboykott : Milch in Supermarktregalen wird knapp

In manchen Milchregalen herrscht derzeit gähnende Leere. Der Boykott der Milchbauern ist bei den Verbrauchern angekommen. Er soll unbefristet fortgesetzt werden, um einen höheren Milchpreis zu erzwingen.

Milch wird knapp
Bald vergriffen? Milch im Supermarkt. -Foto: dpa

Hamburg/ BerlinDie Milchbauern wollen ihre Proteste gegen die nach ihrer Ansicht zu niedrigen Milchpreise unbefristet fortsetzen. Mittlerweile spüren auch die Verbraucher den Boykott der Milchbauern in den Kühlregalen. In einigen Supermärkten wurde die Milch knapp.

Am heutigen Mittwoche wollen die Milchbauern unter anderem vor der Hauptverwaltung von Aldi Süd in Mülheim demonstrieren, teilten der Deutsche Bauernverband und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit.

Beide Organisationen warfen dem Milchindustrieverband vor, sich Verhandlungen zu verweigern, da er eine Einladung für Dienstag nicht angenommen hatte und eine 48-Stunden-Frist verstreichen ließ.

Milch- und Bauernverband forderten daraufhin die Bauern auf, ihre Boykottmaßnahmen fortzusetzen. Ziel des Protest war am Dienstagabend zunächst die Rewe-Zentrale in Köln. Vor dem Gebäude des Discounters Norma in Fürth zog ein Mahnwache mit zwei Kühen auf.

Verständnis für die Milchbauern in der Bevölkerung

Die Bauern wollen mit einem seit einer Woche andauernden Lieferboykott den Handel treffen und so einen Milchpreis von mindestens 40 Cent je Liter erzwingen. Die Streiks und Proteste von Milchbauern haben bei den betroffenen Molkereien nach deren Angaben bereits Millionen-Schäden verursacht. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, beziffert der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie Verbands (MIV), Eberhard Hetzner, die bisher entstandenen Schäden auf "sicherlich 50 Millionen Euro". Sie wurden unter anderem durch Produktionsausfälle verursacht. Von den Streiks und Blockaden seien fast die Hälfte der rund 110 Molkereien in Deutschland betroffen gewesen.

Unterstützung bekommen die Milchbauern indes von der Bevölkerung. Laut einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" hätten 88 Prozent der Befragten Verständnis dafür, wenn der Milchpreis um zehn Cent steigen würde. Dieses Geld müsste allerdings direkt den Milchbauern zugute kommen. (ut/dpa)

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