Lieferverkehr : Elektrische Transporter in Berlin getestet

In Berlin werden elektrische Lkw und Transporter im Alltagsverkehr getestet und vom Bund gefördert.

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Minister und Modelle. Mit insgesamt 1,3 Millionen Euro wird Verkehrsminister Ramsauer (CSU) das Berliner Projekt unterstützen. Foto: dpa
Minister und Modelle. Mit insgesamt 1,3 Millionen Euro wird Verkehrsminister Ramsauer (CSU) das Berliner Projekt unterstützen....Foto: dpa

Berlin - Post- und Lieferverkehr ohne Lärm und Abgase – in Berlin soll das in Zukunft keine Vision der Verkehrsplaner mehr sein. In den kommenden Monaten wird in der Stadt und im Brandenburger Umland erprobt, wie alltagstauglich elektrisch betriebene Lastwagen und Lieferfahrzeuge sind. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der „Modellregion Elektromobilität Berlin/Potsdam“ von der Bundesregierung mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) überreichte am Dienstag in Berlin die Förderbescheide an die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen. „Wir wollen Projekte, die nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße funktionieren“, sagte Ramsauer.

Mehr als ein Praxistest im Kleinen ist das Logistikprojekt allerdings nicht: Insgesamt fünf Fahrzeuge werden zunächst bis Mitte 2011 im Alltagsverkehr getestet. Die Deutsche Post/DHL setzt dabei drei elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge für Kurier-, Express- und Paketsendungen ein, die vor allem im Umkreis der Schlossstraße unterwegs sein sollen. Bei der Spedition Meyer & Meyer sollen zwei elektrische Elftonner zum Einsatz kommen, die aus dem Umland zum Beispiel C-&-A-Filialen mit Textilien beliefern. Dabei soll unter anderem auch die Wirkung ordnungsrechtlicher Anreize getestet werden – etwa die Freigabe des nächtlichen Lieferverkehrs und die Nutzung spezieller Fahrspuren. Wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird das Projekt von der Fraunhofer Gesellschaft. Mit den Erhebungsdaten sollen unter anderem Lade- und Betriebszyklen der E-Fahrzeuge verbessert werden.

„Elektromobilität wird gemeinhin mit dem Pkw und Individualverkehr in Verbindung gebracht“, sagte Ramsauer. Das Berliner Projekt zeige aber, dass auch Lastkraftwagen und Transporter nicht allein auf konventionelle Antriebe setzen müssten. Selbst ein Elftonner könne mit einem Elektromotor bewegt werden. „Die E-Lkws und Transporter sind so leise, dass sie sogar nachts oder in den frühen Morgenstunden Ware ausliefern können – ohne dabei schlafende Anwohner zu stören“, sagte Ramsauer. Für schwere Lkw von bis zu 40 Tonnen seien batteriebetriebene E-Motoren aber wohl ungeeignet. Sie seien in Zukunft auf die Brennstoffzellen-Technologie angewiesen, weil es im schweren Güterverkehr um große Reichweiten gehe.

Das Bundesverkehrsministerium stellt für bundesweit acht Modellregionen rund 130 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung – 12,5 Millionen Euro davon für Projekte in Berlin und Potsdam. Die Bundesregierung insgesamt fördert Praxistests und Forschungsvorhaben zur Elektromobilität in den Jahren 2010 und 2011 mit 500 Millionen Euro. Über eine Verlängerung und finanzielle Aufstockung soll Anfang kommenden Jahres entschieden werden. Dann will die Bundesregierung auch zwei der acht Modellregionen als nationalen Showroom für Elektromobilität auswählen. Berlin rechnet sich als Metropole gute Chancen aus. In der Hauptstadt werden unter anderem Elektroautos getestet (Mini, Smart) oder die Verknüpfung verschiedener öffentlicher und privater Verkehrsträger.

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