Wirtschaft : Lintec nimmt Börse ins Visier

FRANKFURT (MAIN) (ro).Die Krise an den Börsen hält den ostdeutschen Computer-Hersteller Lintec AG ebenso wenig vom lange geplanten Börsengang ab wie die Turbulenzen in Rußland und in anderen Ländern Osteuropas, wo das Unternehmen stark vertreten ist."Wir haben das Risiko dort zu keinem Zeitpunkt unterschätzt.Es gibt keine Forderungsverluste oder Währungseinbußen", betont Vorstandsmitglied Ulrich Franz.Auch die Planungen für die nächsten Jahre seien sehr konservativ ausgelegt.Bei der Festlegung der Preisspanne von 60 bis 70 DM für die Aktien der Lintec AG habe man die "derzeit nicht einfache Börsensituation zusätzlich berücksichtigt", betont Günther Berger von der HypoVereinsbank, die den Börsengang begleitet.Gezeichnet werden können die Aktien am heutigen Mittwoch und am Donnerstag.Am Freitag soll der endgültige Preis festgelegt werden.Am kommenden Montag werden die Aktien der Lintec AG erstmals am Neuen Markt der Frankfurter Börse gehandelt.

Angeboten werden insgesamt 480 000 Aktien im Nominalwert von 2,4 Mill.DM.Durch den Börsengang fließen Lintec maximal 33,6 Mill.DM zu.Das Geld soll nach Angaben von Firmengründer und Vorstandschef Hans Dieter Lindemeyer in den Schuldenabbau und den Ausbau der Präsenz in Deutschland und in Osteuropa fließen.Lintec ist nach Angaben der HypoVereinsbank das erste ostdeutsche Unternehmen, daß im Alleingang den Schritt auf das Börsenparkett wagt.Das Unternehmen mit Sitz in Taucha bei Leipzig wurde 1990 von Lindemeyer gegründet.Heute ist Lintec an mehreren Standorten in Weißrußland, Rußland und in Litauen vertreten.1996 setzte das Unternehmen mit speziell nach Kundenwünschen gefertigten Computern 63 Mill.DM um.1997 verdoppelte sich der Umsatz auf 121 Mill.DM, der Gewinn lag bei 0,8 Mill.DM.1998 sollen knapp 150 Mill.DM umgesetzt werden, der Gewinn wird - gedrückt durch die Kosten des Börsengangs von rund 2,6 Mill.DM - bei 1,9 Mill.DM liegen.

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