Wirtschaft : Lintec will die Mehrheit am Verkehrstechnik-Spezialisten

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Aus eigener Kraft wird die Berliner Trion Technology AG in absehbarer Zeit keine Gewinne erzielen. Das unternehmerische Potenzial reiche nicht aus, erfuhr der Tagesspiegel aus Aufsichtsratskreisen des Verkehrstechnik-Spezialisten. Der Trion-Vorstand hatte am Donnerstag angekündigt, das Unternehmen am kommenden Montag in die Liquidation zu führen - es sei denn, bis dahin ist die Mehrheitsübernahme durch die Lintec Computer AG, Taucha, gesichert. Hierzu fanden am Freitag Verhandlungen statt, die bei Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen waren. Lintec hatte angeboten, ein Aktienpaket von gut 50 Prozent zu übernehmen. Trion sei zwar nicht zahlungsunfähig, aber in Kürze überschuldet. Im Interesse der Aktionäre sei daher eine Weiterführung des Unternehmens ohne einen starken industriellen Partner nicht vertretbar, hieß es aus Aufsichtsratskreisen weiter. Der Aufsichtsrat habe nach Vorlage des Halbjahresergebnisses festgestellt, dass langfristige Vertragsverhältnisse mit wesentlichen Großkunden nicht realisiert werden konnten. In den vergangenen Jahren machte Trion über 70 Prozent des Umsatzes mit Adtranz. Oliver Borrmann, Vorstands-Chef der Venture Capital-Firma bmp, die an Trion beteiligt ist, sagte, er sei vor einem Monat über den schlechteren Geschäftsverlauf von Trion informiert worden. "Wir waren sehr überrascht." Überrascht von der negativen Entwicklung von Trion zeigte sich auch das Emissionshaus New York Broker Deutschland, das Trion vor vier Monaten an die Börse brachte. In Trion-Aufsichtsratskreisen hieß es, man prüfe, ob rechtliche Schritte nötig sind.

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