Wirtschaft : Lipro AG: Die Berliner setzen sich ehrgeizige Ziele

hof

Die Berliner Lipro AG besitzt nach eigenen Angaben ausreichend Liquidität, um das angestrebte hohe Wachstum zu finanzieren. "Die Finanzierung ist durch Kreditlinien abgesichert", sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Küchler am Montag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. "Es ist genügend Cash in der Kasse, die Ziele für 2001 zu realisieren." Das Unternehmen könne über Mittel in Höhe von rund 15 Millionen Euro verfügen. Geplant ist, den Umsatz, der im Geschäftsjahr 2000 nach vorläufigen Zahlen 18 Millionen Euro betrug, im laufenden Jahr auf 52 Millionen Euro zu erhöhen. Parallel dazu soll das Vorsteuerergebnis von 1,8 auf sechs Millionen Euro steigen. Für 2002 hat sich das Unternehmen dann einen Umsatz von 100 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis von 16,5 Millionen Euro vorgenommen. 1999 stand noch ein Minus von 1,2 Millionen Euro in den Büchern.

Weiter Details will Küchler Ende März bekannt geben. An der Börse reichten die Ankündigungen aus, um den Lipro-Kurs gegen den Markttrend zu stabilisieren. Die Aktie legte um fast zehn Prozent auf 7,32 Euro zu. Vor einem Jahr war das Papier noch mehr als 50 Euro wert, näherte sich zuletzt jedoch immer stärker seinem Ausgabepreis, der im Oktober 1999 fünf Euro betrug.

Die prinzipielle Frage, ob die von Lipro angebotene Software überhaupt am Markt auf genügend Nachfrage stößt, sieht Küchler durch die erreichten Ergebnisse beantwortet. Das Lipro-Angebot umfasst nach mehreren Akquisitionen Software, mit deren Hilfe sich Unternehmensprozesse dezentral über mehrere Standorte steuern lassen. Auch die Aktivitäten mit Zulieferern und Kunden können via Netz koordiniert werden. Allein im zweiten Halbjahr 2000 hat Lipro vier Firmen zugekauft. Nachteil der hohen Anzahl an Akquisitionen: Pro Jahr muss das Unternehmen auf längere Sicht 2,5 Millionen Euro an Goodwill-Abschreibungen vornehmen, die die Ergebnisrechnung belasten. Abgeschrieben wird nach eigenen Angaben über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Lipro-Struktur wurde den Akquisitionen zwar bereits angepasst, doch Küchler will sich vor weiteren Zukäufen erst einmal der Integration der einzelnen Firmen widmen.

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