Wirtschaft : Lipro AG für fünf bis sieben Euro / Pixelpark-Erstnotiz bei 16,30 Euro

mot

Börsenpremiere für zwei Berliner Unternehmen: Aktien des Softwareanbieters Lipro AG werden von Mittwoch an bis zum 8. Oktober in einer Preisspanne von fünf bis sieben Euro zur Zeichnug angeboten und sollen erstmals am 15. Oktober am Neuen Markt in Frankfurt gehandelt werden. Dort gingen am Montag die Papiere des Berliner Multimedia-Unternehmens Pixelpark mit einem Eröffnungskurs von 16,30 Euro an den Start. Der Emissionspreis hatte am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne bei 15 Euro gelegen. Nach Angaben des Unternehmens war das Angebot knapp 20 Mal überzeichnet. Am Montagnachmittag kletterte der Pixelpark-Kurs weiter auf 20 Euro. Dem Multimedia-Spezialisten, an dem die Bertelsmann Multimedia GmbH 60 Prozent und Gründer Pauls Neef 20 Prozent der Anteile halten, flossen durch den Börsengang etwa 108 Millionen Mark an neuem Kapital zu.

Wie der Vorstand der Lipro AG am Montag in Berlin mitteilte, erhofft sich das auf dezentrale Produktionsplanung- und Steuerungssysteme spezialisierte Unternehmen mit dem Börsengang die nötige Kapitalzufuhr, um international wachsen zu können. Platziert werden zwei Millionen Stammaktien aus einer Kapitalerhöhung. Angesichts des derzeit schwierigen Marktumfeldes für Software-Aktien am Neuen Markt wurde die Bookbuilding-Spanne vergleichsweise niedrig angesetzt, um Anlegern das Papier schmackhaft zu machen. Ursprünglich hatte die konsortialführende Berliner Effektenbank eine Preis-Spanne von 6,50 bis 8,00 Euro veranschlagt.

Lipro bietet nach eigenen Angaben international neuartige Software-Lösungen zur Unterstützung der Abläufe in produzierenden Unternehmen an. Die Berliner seien unter anderem Produktpartner von SAP, Oracle und Siemens. Lipro-Produkte könnten deshalb problemlos in die Software-Programme der Global Player integriert werden, sagte Vorstandschef Dieter Küchler. Lipro biete seine Software aber auch als so genannte Stand-Alone-Lösungen mittelständischen Unternehmen an. Für 1999 wird ein Umsatz von etwa 3,5 Millionen Euro bei einem Verlust von 0,76 Millionen Euro erwartet. Im Jahr 2000 wird ein Umsatz von 15,8 Millionen Euro und ein Gewinn von 1,75 Millionen Euro angepeilt. Nach dem Börsengang halten Vorstandschef Dieter Küchler und Familie 36,37 Prozent der Anteile, die IBB Beteiligungsgesellschaft 10,31, die Berliner Effektenbeteiligungsgesellschaft 8,36 und leitende Mitarbeiter der Lipro Holding AG 16,39 Prozent. 28,57 Prozent befinden sich in Streubesitz.

Küchler zufolge wagt Lipro jetzt den Börsengang, um den Vorsprung als "Technologieführer für IT-Lösungen für die dezentrale Produktionslogistik" zu behalten. Lipro sei seinen Wettbewerbern um fünf Jahre voraus. "Time to Market ist für uns derzeit die wichtigste Frage", sagte Küchler. Der Entwicklungsvorsprung müsse sich in den nächsten Jahren auch in der Marktstellung von Lipro niederschlagen. Angestrebt werde für das Jahr 2003 ein Anteil von 0,1 Prozent am weltweiten Auftragsvolumen für Produktlizenzen in Höhe von insgesamt 66 Milliarden Euro. Ende des Jahres will die Lipro-Holding, die Tochtergesellschaften in Moskau, Warschau und in der Tschechischen Republik unterhält, 121 Mitarbeiter beschäftigen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben