Wirtschaft : Lipro: Finanzvorstand verlässt Berliner Softwarehaus

mo

Nur wenige Wochen nach dem Eintritt des neuen Finanzchefs muss das Berliner Softwarehaus Lipro auf die Mitarbeit von Unternehmensberater Richard M. Bates wieder verzichten. Im Zuge der akquisitionsbedingten Neuausrichtung verlasse Finanzvorstand Bates die Gesellschaft, heißt es in einer Pressemeldung vom Donnerstag abend. Am Freitag gab Lipro weitere Zukäufe bekannt. Für Beobachter kommt der Rückzug von Bates, der über langjährige Erfahrung verfügt, überraschend. Lipro-Vorstandschef Dieter Küchler führte am Freitag persönliche Gründe für den Rückzug an.

Seitdem Lipro (Logistik und Information in der Produktion) Mitte Oktober 1999 am Neuen Markt ist, hat die Firma auf Expansion durch Firmenzukäufe gesetzt. Ziel ist die Neuausrichtung auf das so genannte Collaborative Business Networking. Darunter versteht man die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit via Internet. Wie Küchler am Freitag erklärte, stockt Lipro seine Beteiligung am Softwarehaus Ebicon auf eine Mehrheit aus. Ebicon ist auf die Entwicklung neuester Internet-Software spezialisiert. Außerdem steigt Lipro in den US-Markt ein. Zum 1. Januar 2001 übernehmen die Berliner die Aktienmehrheit an der Synesis International. Das 1994 gegründete Systemhaus Synesis beschäftigt 35 Mitarbeiter und rechnet für 2001 mit 6,2 Millionen Dollar Umsatz. Synesis, in Nähe des BMW-Werkes Spartanburg angesidelt, sei vor allem in den Bereichen Automobil, Biotechnologie und Konsumgüter tätig. Zu den Kunden zählen Volvo und Coca-Cola.Synesis eröffnet Lipro nicht zuletzt neue Vertriebskanäle.

Seit dem Börsengang, hat sich Lipro an vier Firmen beteiligt. Allein in den vergangen Wochen erfolgten der Kauf der französischen SMW Holding S.A., Straßburg, und der Comet AG, Hannover. Analysten haben die Zukäufe mit Hinweis auf günstige Vertriebsmöglichkeiten bislang positiv gewertet.

Küchler zeigte sich zuversichtlich, dass der Umsatz dieses Jahr noch 40 Millionen Mark übertreffe. Die Umsatzrendite werde zehn Prozent erreichen. Die Expansion sei durch größere Marktchancen gedeckt. Am Freitag legten die Papiere auf 21 Euro um knapp acht Prozent zu, die Erstnotiz lag bei fünf Euro. Das Jahreshoch wurde mit 52 Euro im März verzeichnet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar