Wirtschaft : Lkw-Hersteller hoffen auf 2003 Seit zwei Jahren in der Flaute

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Frankfurt (Main) (dpa). Die deutsche Nutzfahrzeugindustrie rechnet erst im Jahr 2003 mit einem Ende der aktuellen Durststrecke. Nach sieben Jahren Aufschwung befindet sich die Branche mit rund 200 000 Beschäftigten seit zwei Jahren auf Talfahrt. Neben der immer noch schwachen Investitionsneigung im Ausrüstungssektor sowie in der Bauindustrie bremse vor allem die geplante Lkw-Maut für Autobahnen die Nachfrage, berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag in Frankfurt. VDA-Präsident Bernd Gottschalk äußerte sich deshalb schon zufrieden, dass zumindest im Export im Juni „erste Zeichen einer Entlastung“ zu spüren waren. Sowohl bei den Transportern als auch bei schweren Lkw mit mehr als sechs Tonnen Gesamtgewicht lagen die Ausfuhren um sieben Prozent über dem Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr 2002 wurde dennoch die Gesamtproduktion mit 175 400 Einheiten um 14 Prozent unterschritten. Positiv wertete Gottschalk, dass der Auftragsbestand in den vergangenen Monaten wieder zunahm. Ende Juni lag er mit 55 000 Einheiten bei den schweren Lkw um 11 000 höher als Ende 2001. Für das Gesamtjahr erwartet der VDA einen Inlandsabsatz von 71 000 schweren Lkw, das sind 13 Prozent weniger als 2001.

Große Hoffnungen setzt die Branche in die EU- Osterweiterung. Bis 2010 prognostiziert der VDA für diese Länder einen Anstieg der Nachfrage um mehr als 50 Prozent auf 500 000 Fahrzeuge. Angesichts der drohenden Verkehrslawine wegen des Ost-West-Verkehrs kritisiert der Verband die Verkehrspolitik der aktuellen, aber auch der früheren Bundesregierung. „Der Ausbau der Straßeninfrastruktur unterbleibt“, monierte Gottschalk. Obwohl die Bahn nur einen Anteil von 15 Prozent des Güterverkehrs habe, seien seit 1994 150 Milliarden Euro in den Schienenverkehr gepumpt worden, aber nur 43 Milliarden Euro in die Straßen.

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