Wirtschaft : Lockmittel für junge Wissenschaftler

Mit 150 Millionen Euro will die Bundesregierung ostdeutsche Forscher und Unternehmen fördern

Antje Sirleschtov

Berlin - Die Bundesregierung will auch in Zukunft ostdeutsche Wissenschaftler fördern, die gemeinsam mit regionalen mittelständischen Unternehmen an Forschungsprojekten arbeiten. Die Idee, durch solche Forschungskooperationen die Entwicklung innovativer und Arbeitsplatz schaffender Wachstumsregionen voranzutreiben, geht bereits auf das Innoregio-Programm der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück.

Unter dem Dach des Förderprogrammes Unternehmen Region werden in den kommenden fünf Jahren weitere 14 Forschungsprojekte je rund drei Millionen Euro Fördergelder des Bundes erhalten. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) stellte diese 14 Forschungsprojekte am Mittwoch vor. Das Geld erhalten Forschungseinrichtungen aus allen neuen Bundesländern zur Finanzierung von je rund sieben zusätzlichen wissenschaftlichen Mitarbeitern, die gemeinsam mit regionalen Kleinbetrieben an konkreten Projekten – etwa im Biotechnikbereich – arbeiten. Schavan verband mit der Förderzusage die Hoffnung, dass der Standort Ostdeutschland damit an Attraktivität für junge Wissenschaftler gewinnt. Zum Teil setzen die Forschungsprojekte sogar ganz gezielt darauf, dass sich die Wissenschaftler nach dem Förderzeitraum in den Regionen selbstständig machen oder Anstellung in den Kooperationsunternehmen finden. Es gelte, der Abwanderung junger Spitzenkräfte aus Ostdeutschland entgegenzuwirken und den Menschen Optionen für Beschäftigung in ihren Heimatregionen zu eröffnen, sagte Schavan. Sie setze dabei insbesondere auf die Kooperation mit den Landesregierungen im Osten. Gemeinsam müsse es gelingen, Regionen zu entwickeln, in denen sich wissenschaftliches und unternehmerisches Know-how gezielt ansiedelt und für wirtschaftliches Wachstum sorgt.

Den so genannten Innovationswettbewerb „Inno Profile“ haben bereits im vergangenen Jahr 18 Forschungsprojekte gewonnen. Insgesamt gab es in beiden Jahren mehr als 200 Bewerbungen um die Forschungsgelder. Bis 2012 stellt das Ministerium für das Programm rund 150 Millionen Euro bereit. Die Auswahl trifft eine wissenschaftlich besetzte Expertenkommission.

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