• Loewe AG: Internationale Fondsmanager haben den TV-Geräte-Hersteller entdeckt - Erfolg mit Internet-Fernsehern

Wirtschaft : Loewe AG: Internationale Fondsmanager haben den TV-Geräte-Hersteller entdeckt - Erfolg mit Internet-Fernsehern

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Für die Aktionäre der Loewe AG, Kronach, die beim Börsengang des Herstellers hochwertiger Unterhaltungselektronikgeräte vor knapp einem Jahr dabei waren, hat sich das Ausharren gelohnt. Der Kurs der Aktie, die im Juli 1999 mit 18 Euro gestartet war, dann aber auf bis zu zwölf Euro abrutschte, hat sich kräftig erholt. Inzwischen notiert das Papier bei 35 Euro. Christoph Schlienkamp, Chefanalyst beim Bankhaus Lampe, sieht dabei noch Potenzial nach oben: Binnen eines Jahres könnte der Kurs die Marke von 40 Euro erreichen, schreibt er in einer nun veröffentlichten Analyse.

Schlienkamp befindet sich dabei in guter Gesellschaft. In den vergangenen Monaten heimste Loewe gleich reihenweise positive Urteile ein. Institute wie HypoVereinsbank, Credit Suisse First Boston oder auch die Bankgesellschaft Berlin empfahlen das Papier zum Kauf. Überzeugt haben dürfte die Analysten nicht nur das Ergebnis 1999: Bei einem um neun Prozent auf 605 Millionen Mark gestiegenen Umsatz erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 19 Prozent auf 33,3 Millionen Mark. Im ersten Quartal 2000 gab es ein Umsatzplus von vier Prozent, das Ebit stieg um zehn Prozent - hätte es keine Lieferengpässe bei elektronischen Komponenten gegeben, wären beide Ergebnisse höher ausgefallen, teilte der Vorstand mit.

Hinter dem Kurssprung vermutet Friedrich Schellmoser, Analyst der HypoVereinsbank, aber noch einen anderen Grund. "Vor allem einige Fonds scheinen in jüngster Zeit Loewe-Aktien entdeckt zu haben", sagt er. Die "road-show" des Vorstands, unter anderem in den USA und Großbritannien, hat offenbar Wirkung gezeigt.

Rainer Hecker, Loewe-Vorstandsvorsitzender, steckt die Ziele weiterhin hoch: Das Ergebnis je Aktie von derzeit 1,40 Euro will er in den nächsten drei Jahren um jeweils 20 Prozent steigern - und das sei "eine konservative Schätzung", wie er bei einem Analystentreffen des Bankhauses Lampe sagte. Loewe, begründet er seine Schätzung, sei im hochwertigen Bereich etabliert, der nicht nur die höchsten Wachstumsraten aufweist, sondern auch relativ preisunsensibel ist. Mit dem Internet-Fernseher, der in Modulbauweise zum zentralen Multimedia-Gerät ausgebaut werden kann, habe sich das Unternehmen zudem technologisch an die Spitze gesetzt, einen Vorsprung, den das Unternehmen durch Entwicklungskooperationen etwa mit Infineon, dem Heinrich-Hertz-Institut oder Carl Zeiss Jena halten will. Wachstumspotenzial sieht Hecker zudem im Ausland. Der Exportanteil stieg seit 1997 von 26 auf 42 Prozent, jedes Jahr sollen zwei bis drei neue Märkte hinzukommen. Immerhin: An weiteren Kurs- und Ertragssteigerungen hat das Management größtes Interesse. Auch nach dem Börsengang hält es noch 39 Prozent der Firmenanteile, mit einem weiteren Prozent sind die Mitarbeiter beteiligt.

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