Wirtschaft : Logistik: Branche unter Druck

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Die deutsche Logistikbranche sieht rosigen Zeiten entgegen: Für die kommenden fünf Jahre prognostiziert die deutsche Bundesvereinigung Logistik (BVL) den Unternehmen jährliche Wachstumsgrößen zwischen 12 und 15 Prozent. In einer von Wissenschaftlern der TU-Berlin erarbeiteten Trendstudie werden als Gründe für die sehr gute Geschäftsentwicklung nicht nur die wachsende Bedeutung des E-Business für die Industrie und die damit einhergehenden Aufträge für Logistiker ausgemacht.

Auch der zunehmende Kostendruck der Industrie und ihr Streben, Randbereiche auszulagern, kommt den Logistikern entgegen. Vor rund 2000 Teilnehmern des alljährlich in Berlin stattfindenden Logistik-Kongresses bezifferte Frank Staude, Vice-Chef des BVL und Pixelpark-Manager, den Umfang des ausgelagerten Logistik-Bereiches in den kommenden Jahren auf rund ein Drittel. Derzeit beauftrage die Industrie für nur rund 17 Prozent Fremdfirmen.

Staude wies darauf hin, dass sich auch die Logistik-Branche selbst grundsätzlich verändern wird. Die Globalisierung der Märkte durch das Internet und die rasch voranschreitenden Fusionsprozesse in der Wirtschaft würden auch Logistiker zu Fusionen und Netzwerkbildung zwingen. "Europas Logistiker stehen unter enormem Druck" konstatierte Staude. Nicht mehr als vier europäische Logistik-Netzwerke würden in Zukunft noch Bestand haben.

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) hat die Unternehmer der Branche aufgefordert, den Beruf eines Logistikexperten deutlich aufzuwerten. Bisher werde die Bedeutung dieses Berufes weitgehend unterschätzt. Nur bei besseren Einkommen und Karrierechancen sowie hinreichendem Ansehen, könne der dringende Bedarf an guten Logistik-Experten gedeckt werden, sagte Klimmt auf dem Kongress. Sein Ministerium habe eine Ausbildungsinitiative gestartet, damit die Wirtschaft die von ihr benötigten Fachkräfte erhält. Es komme aber auch darauf an, eine Weiterbildungsinitiative zu entwickeln. In Deutschland beschäftigen Logistiker rund acht Millionen Arbeitnehmer und setzen jährlich etwa 200 Milliarden Mark um.

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