"Lohn-Diebstahl" bei McDonald's : Die Top 5 der erstaunlichsten Fastfood-Klagen

Zu heißer Kaffee, zu kurze Sandwichs, zu viel Fett: In den USA stehen Fastfood-Ketten und andere Lebensmittelhersteller immer wieder wegen skurriler Vorwürfe vor Gericht.

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Nicht ohne Serviette - oder auch zwei: Weil ein Amerikaner diese nicht bekam, verklagte er McDonald's.
Nicht ohne Serviette - oder auch zwei: Weil ein Amerikaner diese nicht bekam, verklagte er McDonald's.Foto: picture-alliance/dpa

Ihr Arbeitgeber stehle ihnen den Lohn, monieren Mitarbeiter von McDonald's in den USA: Die Fastfood-Kette lasse sie systematisch unbezahlte Überstunden machen und manipuliere obendrein die Arbeitszeitkonten, erklärten Anwälte der Kläger am Donnerstag. "Unsere Löhne liegen eh schon am unteren Ende", wird eine Mitarbeiterin aus Detroit in einer Mitteilung zitiert. Sie verdiene rund 250 Dollar pro Woche, umgerechnet 180 Euro. Insgesamt sieben Klagen haben McDonald's-Mitarbeiter deshalb jetzt vor Gerichten in Kalifornien, Michigan und New York eingereicht. Die Mitarbeiter verlangen die Erstattung des entgangenen Lohns und "ein Ende des illegalen Diebstahls" für sich und ihre Kollegen.

So merkwürdig der Vorwurf des Lohn-Diebstahls durch den eigenen Chef klingt: Das Thema ist ein ernstes - und in Amerika derzeit viel diskutiert. US-Präsident Barack Obama will erreichen, dass jeder Angestellte künftig mindestens 10,10 Dollar (7,26 Euro) pro Stunde statt bislang 7,25 Dollar (5,21 Euro) verdient. Ein flächendeckender Mindestlohn muss aber erst durch den Kongress beschlossen werden.

Andere Klagen aus der Welt von McDonald's und Co erscheinen dagegen wirklich abstrus. So läuft zurzeit ein anderes Verfahren gegen den Burger-Fabrikanten, in dem ein Kunde auf stolze 1,5 Millionen Dollar klagt, weil er angeblich keine zweite Serviette bekam. Der Fall spielte sich demnach in einer McDonald’s-Filiale in Pacoima, Los Angeles, ab. Den Schilderungen des Mannes zufolge bat er bei seinem Restaurantbesuch am Tresen um eine weitere Serviette, bekam aber keine. Der Mann, ein Afroamerikaner, vermutet dahinter ein rassistisches Motiv. Auf seine wütende Ankündigung, nächstes Mal zur Konkurrenz zu gehen, habe der Mitarbeiter "you people", ihr Leute, gemurmelt, worin der Kunde seine These bestätigt sieht. Ein erstes Angebot des Filial-Managers, ihm zur Güte einen Gratis-Burger zu spendieren, lehnte der Kläger ab.

Zu heißen Kaffee verkauft

Ebenfalls in Los Angeles zog eine Frau gegen McDonald's vor Gericht, die an einem Drive-In-Schalter am Sepulveda Boulevard einen Kaffee bestellt hatte. "Der Deckel war fahrlässig, leichtfertig und unsachgemäß auf dem Becher platziert worden, was dazu führte, dass er bei der Übergabe am Fenster herunterfiel", heißt es in der Anklageschrift, weshalb sich die heiße Brühe über die Käuferin in ihrem Auto ergossen habe. Zur Schwere ihrer Verletzungen ist nichts bekannt, es geht um eine mindestens sechsstellige Summe.

Der Kaffeefall ist in der Öffentlichkeit auch deshalb ein Thema, weil er an eine Auseinandersetzung erinnert, die vor ziemlich genau zwanzig Jahren zugunsten der Klägerin ausging. Damals sprach ein Gericht in New Mexico einer Frau 2,9 Millionen Dollar zu, die auf dem Beifahrersitz versucht hatte, sich Milch und Zucker in ihren McDonald's-Kaffee zu kippen, den sie zwischen ihren Beinen platziert hatte. Dabei zog sie sich Verbrennungen dritten Grades an beiden Oberschenkeln zu. Der Kaffee sei zu heiß gewesen, folgte das Gericht der Argumentation der Klägerin. Die Strafe wurde später zwar auf 640 000 Dollar reduziert, dennoch ging das Urteil unter dem Titel "der schnellste Weg zur Million" in die Berichterstattung ein.

Doch nicht nur McDonald's steht im Zentrum skurriler Klagen. Im Bundesstaat New Jersey und in Chicago kämpfen zwei Amerikaner gegen die Sandwich-Kette Subway. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Sandwiches, die es unter der Bezeichnung "Footlong" verkauft, hätten nicht die versprochene Länge gehabt - in Amerika ist ein "Fuß" ein offizielles Maß von gut 30 Zentimetern. Die Anklage lautet auf irreführende Werbung, fünf Millionen Dollar wollen die Anwälte erstreiten. Das Urteil steht noch aus.

Nutella wider Erwarten nicht gesund

2012 zahlte Ferrero einer Amerikanerin umgerechnet 2,26 Millionen Euro, die von ihrem Arzt erfahren hatte, dass Nutella fett und ungesund sei. In der Werbung werde davon nichts gesagt, beschwerte sich die Frau. Der Hersteller einigte sich mit ihr in einem Vergleich.

Bereits 2011 verklagte ein Amerikaner die Fastfood-Kette Taco Bell, die mexikanisches Essen verkauft. Ihre Fleischgerichte enthielten zu wenig Fleisch, meinte der enttäuschte Kunde. Dieser Fall immerhin bewies, dass selbst in Amerika nicht alles möglich ist: Der Mann blieb vor Gericht erfolglos.

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