Lohngleichheitsgesetz : Sachlich und rational

Die Wirtschaft sagt: Das Lohngleichheitsgesetz schafft nur unnötige Bürokratie. Natürlich wäre es schöner, wenn niemand das Gesetz bräuchte. Ein Kommentar.

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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) musste sich gegen enorme Widerstände durchsetzen.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) musste sich gegen enorme Widerstände durchsetzen.Foto: dpa

Natürlich wäre es schöner, wenn niemand dieses Gesetz bräuchte. Mit seinen Vorschriften, seinem bürokratischen Aufwand. Wenn Frauen und Männer für die gleiche Arbeit gleich viel verdienen würden. Nur ist das auch im 21. Jahrhundert nicht Realität. Die Lohnlücke zwischen dem, was männliche und weibliche Arbeitnehmer bekommen, beträgt laut Statistischem Bundesamt 21 Prozent. Gut – zwei Drittel erklären sich dadurch, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, seltener Führungspositionen innehaben und oft in Branchen arbeiten, die traditionell schlechter bezahlt werden. Aber auch wenn sie ebenso gut ausgebildet sind wie der männliche Kollege und ebenso gute Leistungen erbringen, bekommen sie sieben Prozent weniger Gehalt.

Das lang geplante Gesetz von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) zur Lohngerechtigkeit wird nichts daran ändern, für welchen Beruf sich Frauen entscheiden, wie hartnäckig sie im Job auftreten und wie sie mit ihrem Partner die Erziehung von Kindern organisieren. Es wird ihnen aber die Möglichkeit geben, sich bei dem Eindruck, ungleich behandelt zu werden, nicht abwimmeln zu lassen. Dass ihr Eindruck nicht stimme, dass er nur subjektiv sei, wird nicht mehr gelten. Frauen werden den Missstand nachweisen können. Ganz sachlich, ganz rational.

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