LOHNKOSTEN : Erfolg auf Kosten der Nachbarn?

Steht Deutschland nur deshalb so gut da, weil die Unternehmen seit Jahren so geringe Löhne zahlen? Geht es vor allem den Schuldenländern so schlecht, weil es der Bundesrepublik so gut geht? Das gewerkschaftsnahe Institut IMK ist davon überzeugt, zwischen 2000 und 2010 seien die deutschen Arbeitskosten hinter dem europäischen Schnitt

zurückgeblieben, das ergab kürzlich eine Studie. Das arbeitgebernahe IW hält dagegen. Die Lohnstückkosten, also das Verhältnis von Arbeitskosten zu Produktivität, sei in der Industrie im vergangenen Jahrzehnt zwar weitgehend stabil geblieben. In den anderen Euro-Ländern aber war diese Messzahl um zwölf Prozent gestiegen. In anderen Industrieländern wie den USA und Japan sanken hingegen die Kosten in Euro umgerechnet um jeweils fast 30 Prozent. Das deutsche Verarbeitende Gewerbe weise nach wie vor im internationalen Vergleich das fünfthöchste Lohnstückkostenniveau auf. Deutschland sei demnach in den vergangenen Jahren nicht übermäßig auf die Lohnbremse getreten, schreiben die IW-Experten. „Die Kostendisziplin in Deutschland war nicht merklich höher als bei seiner relevanten Konkurrenz“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. brö

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