Wirtschaft : Lohnkürzungen müssen alle Arbeitnehmer betreffen

KASSEL (AFP).Ein Arbeitgeber, der zur wirtschaftlichen Sanierung eines Betriebes die Löhne drücken will, muß die Lasten gerecht verteilen.Wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Kassel entschied, ist es unzulässig, sich für die Kürzungen einzelne Abteilungen oder Arbeitnehmer herausgreifen.Erwartet der Arbeitgeber nur vorübergehende Verluste, so müssen die Arbeitnehmer auch nur vorübergehende Kürzungen hinnehmen, heißt es in dem Urteil (AZ: 2 AZR 84/98).Ein Unternehmen in Essen hatte zwei Abteilungen: Die meisten der knapp 500 Beschäftigten waren in der Montage eingesetzt, jeder Zehnte im "Geschäftsbereich Planung".Unter Hinweis auf Verluste beschloß das Unternehmen, die Gehälter in der "Planung" um 14 Prozent zu senken.Gegen die entsprechende Änderungskündigung wehrte sich einer der Betroffenen.Mit Erfolg: Die wirtschaftliche Situation einer einzigen Abteilung rechtfertige allein keine Lohnkürzungen, heißt es in dem Urteil.Vielmehr sei "auf die wirtschaftliche Situation des Gesamtbetriebes" abzustellen.

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