Wirtschaft : Lokführer dürfen wieder streiken

Mainz - Die Lokführergewerkschaft GDL darf im Güter- und Fernverkehr der Bahn wieder zu Warnstreiks aufrufen. Das Mainzer Arbeitsgericht hob das bundesweite Verbot für die Warnstreiks bei der Bahn im Güter- und Fernverkehr am Samstag auf. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte erfolgreich Widerspruch gegen eine entsprechende einstweilige Verfügung eingelegt. Das Gericht hatte am vergangenen Dienstag zunächst der Deutschen Bahn Recht gegeben und den Arbeitskampf als unzulässig bezeichnet.

In einer zweiten Entscheidung hob das Gericht auch ein bundesweites Verbot für Warnstreiks im Regionalverkehr auf. Die beiden Verhandlungen hatten fast sechs Stunden gedauert.

Die GDL kämpft für einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer sowie Zugbegleiter und will die Tarifvereinbarungen, die das Unternehmen mit den anderen beiden Bahngewerkschaften erzielt hat, nicht übernehmen. Unter anderem verlangt die GDL ein Plus bei den Einkommen um mehr als 20 Prozent.

Zur Durchsetzung dieser Forderung hatte die Gewerkschaft vergangenen Dienstag zum zweiten Mal bundesweit den Bahnverkehr mit Warnstreiks stark beeinträchtigt. Allerdings müssen Fahrgäste der Bahn trotz der Gerichtsentscheidung in den kommenden Tagen nicht mit erneuten Warnstreiks der Lokführer rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die Gewerkschaft ihr Versprechen einhalten wird, bis zum nächsten Donnerstag nicht zu streiken“, sagte eine Bahn-Sprecherin dem Tagesspiegel am Sonntag nach Verhandlungsschluss. Nach der Vertagung der Tarifverhandlungen von Bahn und Lokführergewerkschaft auf Donnerstag wollen beide Seiten zunächst in Arbeitsgruppen weiter eine Lösung suchen. Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell bekräftigte am Samstag, dass es bis Donnerstag keine neuen GDL-Aktionen geben solle. dpa/Tsp

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