Wirtschaft : Lokführer-Gewerkschaft und Deutsche Bahn wollen sich einigen

Die Arbeitgeber legen in der zweiten Runde neues Angebot vor. Die Verhandlungen dauern an.

Berlin - In der zweiten Verhandlungsrunde über einen neuen Tarifvertrag zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben die Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt. Das bestätigte eine GDL-Sprecherin auf Anfrage am Rande des Treffens am Montagabend in Berlin. Die Gespräche dauerten am Abend an, ein Ende war zunächst nicht absehbar.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hatte zuvor angekündigt, das Unternehmen wolle sein Angebot für die Lokführer nachbessern. Zu den Details wurden zunächst aber keine Angaben gemacht. Für den Fall eines Scheiterns der Gespräche hatte die GDL bereits mit Warnstreiks zur Urlaubszeit gedroht.

„Wir sind verhalten optimistisch, was den heutigen Tag angeht“, sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde. Weselsky sagte, er hoffe auf Kompromissbereitschaft und eine Tarifrunde ohne Arbeitskampf. Wenn es nach den Lokführern ginge, müssten sich Fahrgäste nicht auf Arbeitsniederlegungen einstellen.

Zuvor hatte der Gewerkschaftschef MDR Info gesagt, er verspüre auf der Seite der Arbeitgeber den Willen, sich zu einigen. Weber erklärte, die Bahn habe momentan keine Veranlassung, über Warnstreiks nachzudenken.

Die GDL fordert für die 21 500 Lokführer sieben Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Das von der Bahn zum Auftakt der Tarifrunde vorgelegte Angebot sah vor, dass die Entgelte zunächst zum 1. Juli um 2,5 Prozent steigen sollten, weitere zwei Prozent sollte es im Oktober 2013 geben. Die GDL hatte das Angebot jedoch als „völlig unzureichend“ zurückgewiesen.

Der Flächentarifvertrag bei der Deutschen Bahn und anderen Schienengüterverkehrsunternehmen war am 30. Juni ausgelaufen – mit ihm auch die Friedenspflicht. Die vergangenen Lokführer- Tarifverhandlungen 2007 und 2010 waren von massiven Streiks begleitet worden.

Weselsky sagte am Montag MDR Info, falls es in der zweiten Runde zu keiner Einigung komme, sei „die Wahrscheinlichkeit, dass Streiks stattfinden, gegeben“.

Der GDL-Chef kritisierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der am Sonntag vor Lokführerstreiks in der Urlaubszeit gewarnt hatte. Es sei wenig förderlich, dass der Minister sich in die laufende Tarifverhandlung einmischen wolle. dapd/dpa

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