Lokführer : Keine Streiks am Montag

Die Gewerkschaft der Lokführer wird am Montag nicht zu Streiks aufrufen. Die GDL begründet dies mit der Rücksichtnahme auf die Pendler.

Frankfurt/MainDie GDL baut auf die morgen anstehende Entscheidung des Arbeitsgerichts Chemnitz über das Streikrecht im Güter- und Fernverkehr, sagte GDL-Vize Günther Kinscher dem Sender n-tv. Das Urteil werde der Gewerkschaft "hoffentlich erlauben, die richtigen Maßnahmen zu treffen und die Pendler draußen zu lassen". Die "Entwarnung" für Montag kommt überraschend. GDL-Vizechef Claus Weselsky hatte noch gestern dem Tagesspiegel gesagt, "die Wahrscheinlichkeit, dass es Montag, Dienstag und Mittwoch Streiks geben wird, ist sehr hoch".

Über die weiteren Schritte will die GDL morgen entscheiden, sagte eine GDL-Sprecherin in Frankfurt am Main. Kinscher erklärte, die GDL-Mitglieder wollten "nicht mehr die Politik der Nadelstiche", sondern sie wollten so lange streiken, bis sich der Bahnvorstand bewege. Die Streikbereitschaft der GDL-Mitglieder sei sehr hoch. Die Deutsche Bahn habe nun die Gelegenheit, bis Montag ein tragfähiges Angebot zu machen, fügte Kinscher hinzu.

"Ein Streik muss dem Arbeitgeber weh tun"

Weselsky sagte der "Sächsischen Zeitung", die GDL wolle bei künftigen Streiks Pendler schonen und vorrangig den Güterverkehr lahmlegen. Er zeigte sich optimistisch, dass das Gericht das Streikverbot kippen werde. "Ein Streik muss dem Arbeitgeber weh tun." Im Nahverkehr gelinge das nur bedingt, weil viele Pendler Monats- oder Jahreskarten hätten. Mit einem Streikrecht für alle Transportbereiche könne die GDL den Druck auf die Bahn erhöhen.

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale lehnte sowohl die Lohnforderung von über 30 Prozent als auch einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer erneut ab. "Beide Forderungen sind nicht erfüllbar", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". Die Bahn setze weiter auf eine baldige Verhandlungslösung, betonte Suckale. Eine politische Lösung sei nicht erstrebenswert.

Bahn-Sprecher Oliver Schumacher erklärte bereits gestern in Berlin: "Die GDL-Funktionäre müssen endlich ihre Verweigerungshaltung aufgeben und mit dem DB-Vorstand über unser gutes und faires Angebot verhandeln." (mit AFP/ddp)

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