Wirtschaft : London will Stabilitätsrat bekämpfen

Auch Skandinavier gegen deutsch-französische Initiative / "Euro-Outs" fühlen sich ausgeschlossen

BRÜSSEL (AFP).Die deutsch-französische Initiative für einen informellen Euro-Stabilitätsrat könnte für neuen Streit mit Großbritannien um die Währungsunion sorgen.Bundesfinanzminister Theo Waigel und sein Pariser Kollege Dominique Strauss-Kahn wollen am Montag im EU-Ministerrat in Brüssel ihr Konzept vorstellen, das regelmäßige Treffen jener EU-Staaten vorsieht, die von 1999 an an der Währungsunion teilnehmen.Die britische Regierung fürchtet, daß die Nicht-Euro-Länder, die "Outs", von wichtigen finanzpolitischen Weichenstellungen in der Union ausgeschlossen werden könnten.Die Finanzminister wollen außerdem über den Zeitpunkt der Einführung der Euro-Scheine und Münzen beraten.Gemeinsam mit den Ressortchefs aus Arbeit und Wirtschaft wollen die Minister dann im sogenannten "Jumbo"-Rat versuchen, sich über allgemeine Leitlinien für den Luxemburger Job-Gipfel zu verständigen. Waigel und Strauss-Kahn hatten sich Mitte Oktober auf die Bildung dieses "Eurorates" verständigt.Nach dem Vorbild des regelmäßigen G-7-Treffens der sieben wichtigsten Industrienationen sollen sich die Teilnehmer an der Euro-Zone über wichtige Fragen der Wirtschafts- und Währungspolitik abstimmen.Bonn und Paris wollen die EU-Staaten, die nicht an der Einheitswährung teilnehmen, nicht mit am Tisch haben.Vertreter der EU-Kommission und der künftigen Europäischen Zentralbank sollen nur von Fall zu Fall mitberaten. Britische EU-Diplomaten meldeten am Freitag in Brüssel bereits Protest an, da durch diesen Rat die "Outs" von den "Ins" diskriminiert würden.Unterstützung findet Großbritannien bei Schweden, Dänemark und Griechenland.Die Skandinavier wie auch die Briten werden zwar nach der Prognose der EU-Kommission die Kriterien für die Währungsunion erfüllen.Sie haben aber eine Teilnahme an der ersten Gruppe der Euro-Länder ausgeschlossen.Unter den 15 EU-Staaten wurde allein Griechenland nicht für euro-reif befunden. Als Zeitpunkt für die Einführung der Euro-Scheine und Münzen im Handel wird in Brüssel derzeit der 1.Januar 2002 angestrebt.Dann sollen in einer sechsmonatigen Übergangsfrist noch nationale Währungen und das neue Einheitsgeld nebeneinander gültig bleiben.Es gebe aber auch Vorschläge aus EU-Staaten, die Einführung auf den Oktober 2001 vorzuziehen oder erst im Februar 2002 zu beginnen, weil in diesem Monat erfahrungsgemäß die Geldumlaufmenge geringer sei, sagte ein Kommissionssprecher.

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