Wirtschaft : LOTTO-Gelder für Berlin Globeground wird verkauft

Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie unterstützt Kultureinrichtungen

Rainer W. During

Leuchtende Kinderaugen, Begeisterung und helles Gelächter – das schafft das Berliner „Atze“, Deutschlands größtes Theater- und Konzerthaus für Kinder. Jetzt hat „Atze“ einen wichtigen Förderer gefunden: die LOTTO Stiftung Berlin. Sie hat 390 000 Euro überwiesen, die in die dringend notwendige Sanierung des Theaters fließen. „Wir freuen uns, dass die Stiftung die Mittel bereit gestellt hat“, sagt Theaterleiterin Monika Kopp. Denn um Kinder mit Inszenierungen wie „Ronja Räubertochter“ oder „Die kleine Meerjungfrau“ zu entzücken, reichen tolle Einfälle nicht aus. Die Technik muss funktionieren und das Gebäude in Schuss sein, damit weiterhin jährlich 60 000 junge Besucher ins Theater strömen.



Hilfe, die ankommt

Auf die Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin konnten jedoch noch weitere Berliner Institutionen bauen. 2 Millionen Euro gingen beispielsweise an die EJF-Lazarus gAG, die in Berlin vielfältige soziale Arbeit leistet. 160 000 Euro erhielt der eingetragene Verein Haus am Waldsee – eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst – für Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Haus.

Für Berlin. Von den Berlinern

Doch woher kam all dieses Geld? „Von unseren LOTTO-Kunden“, antwortet Hans-Georg Wieck, Vorstandsmitglied der Deutschen Kassenlotterie Berlin und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. „Wer in einem Berliner LOTTO-Laden ein Los oder ein anderes Produkt von LOTTO Berlin erstanden hat, leistete einen Beitrag für unsere lebendige und lebenswerte Hauptstadt.“

Stiftungs-Vorstand sagt: Danke!

Seit ihrer Gründung 1975 hat die Stiftung auf diese Weise rund zwei Milliarden Euro für gute Zwecke eingenommen. Allein im vergangenen Jahr waren es fast 70 Millionen Euro. „Wir sind stolz darauf, dass wir bisher schon mehr als 2000 Projekte unterstützen konnten, die sich sozial oder karitativ, kulturell, staatsbürgerlich, jugendfördernd, für die Umwelt oder den Sport engagieren“, sagt Wieck. „Dafür möchten wir uns bei den Berlinerinnen und Berlinern herzlich bedanken.“

Berlin - Begleitet von Protesten der Belegschaft hat der Aufsichtsrat der Berliner Flughäfen am Freitag den Verkauf seines 51-prozentigen Anteils an der Abfertigungsgesellschaft Globeground Berlin beschlossen. Das Gremium unter dem Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit erteilte dem letzten verbliebenen Bewerber, dem Frankfurter Dienstleistungskonzern Wisag, den Zuschlag. Auch der Mitgesellschafter Lufthansa teilte mit, seinen Anteil an Wisag zu verkaufen. Das Kartellamt muss noch über den Verkauf entscheiden.

Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Laut der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beträgt er nur 7,7 Millionen Euro. Noch Ende 2004 sei allein der Flughafenanteil mit zehn Millionen Euro bewertet worden. Gewerkschaftsvertreter warfen den Eigentümern daher vor, den rund 2000 Beschäftigten unter Androhung einer Insolvenz immer neue Zugeständnisse abgerungen zu haben und das Unternehmen jetzt zum „Schleuderpreis zu verscherbeln“. Weil rund 500 Mitarbeiter in Schönefeld gegen den Verkauf demonstrierten, kam es dort und in Tegel zu leichten Flugverspätungen und verzögerter Gepäckausgabe. Gespräche mit dem Käufer hätten keine Sicherheit über den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze gebracht, erklärte Betriebsratschef Achim Hecht.

Man habe die bis Ende 2012 geltende Beschäftigungsgarantie und die bestehenden Tarifverträge übernommen, betonte Wisag-Sprecher Michael Giffels. Denkbar sei aber, Globeground in einigen Jahren in die Flughafensparte des Dienstleistungskonzerns mit seinen insgesamt 24 000 Mitarbeitern zu integrieren. Wisag Airport Services bietet bereits Bodenverkehrsdienste in Frankfurt, München und Stuttgart an. Wisag verpflichtete sich im Kaufvertrag, den Standort Berlin mindestens bis Ende 2011 zu erhalten.

Problematisch ist allerdings, dass Globeground durch den Verkauf das Privileg des Flughafen-Eigenbetriebs verliert und sich nach EU-Recht künftig wie alle Konkurrenten bei Ausschreibungen bewerben muss. Einem Flughafensprecher zufolge läuft die derzeitige Lizenz zwar bis 2012. Gewerkschaftssekretär Michael Walter befürchtet aber, dass Wettbewerber versuchen könnten, schon jetzt auf Neuvergabe zu klagen. Rainer W. During

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