LTE-Start : Mit Tempo ins mobile Netz

Die Mobilfunktechnik der vierten Generation ist nun auch in den Großstädten verfügbar. Der Berliner Flickenteppich soll zum Jahresende geschlossen sein.

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Die neueste Generation der Mobilfunknetze soll den Datenstau auflösen.
Die neueste Generation der Mobilfunknetze soll den Datenstau auflösen.Foto: dapd

Seit Dienstag kann man in vielen deutschen Großstädten mobil mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen. Die Deutsche Telekom startete in 50 Städten den Mobilfunkstandard der vierten Generation. Mit LTE (Long Term Evolution) sind Übertragungsraten per Funk von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich – das ist doppelt so schnell wie die schnellste kabelgebundene Technik. Von der LTE-Technik profitiert zum Beispiel die mobile Übertragung hochauflösender Videos, auch Cloud-Dienste laufen mit der neuen Technik flüssiger.

In Berlin steht der neue Standard in großen Teilen der Innenstadt zur Verfügung. Bis zum Jahresende will die Telekom in 100 Großstädten flächendeckend LTE anbieten, Berlin soll dann vollständig versorgt werden. Auch Vodafone ist in Berlin mit einem Netz der vierten Generation vertreten. Insgesamt bietet Vodafone LTE ebenfalls in 50 Städten an. Konkurrent O2 startete am Dienstag in Nürnberg und Dresden das mobile Hochgeschwindigkeitsnetz. Bis Jahresende will O2 die wichtigsten Ballungsgebiete mit LTE versorgt haben.

Wer mit LTE-Tempo im Internet surfen will, braucht entsprechende Geräte wie Surfstick, Tablets mit LTE-Modem oder Smartphones mit LTE-Unterstützung. Während Vodafone und O2 bereits LTE-Smartphones anbieten, wird die Telekom erst zur Internationalen Funkausstellung ein Gerät präsentieren.

20 Jahre Handy: Eine Erfolgsgeschichte
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1 von 9Foto: Deutsche Telekom
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Die Frequenzen für LTE waren durch die Umstellung der Radio- und TV-Sender auf digitale Technik frei geworden. Telekom, Vodafone und O2 hatten vor zwei Jahren 4,4 Milliarden Euro für die Frequenzen bezahlt.

Grafik: Gitta Pieper-Meyer

Die Lizenzen waren mit der Auflage verbunden, dass zuerst jene ländlichen Regionen versorgt werden, wo bislang keine schnellen Internetanschlüsse verfügbar waren (digitale Dividende). Nach Angaben von Telekom-Manager Michael Keller sind mit Ausnahme von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in allen Bundesländern die Lizenzauflagen mittlerweile erfüllt.

Spezielle Tarife für das schnelle Mobilnetz gibt es nicht. Es gelten die Datentarife der Mobilfunkbetreiber. Der teuerste Telekom-Tarif Mobil Data XL für die maximale Übertragungsrate kostet pro Monat 70 Euro. „Ein kleinerer Tarif reicht jedoch häufig aus, um den inzwischen häufigen Engpässen in den UMTS-Netzen zu entgehen“, sagt LTE-Experte Markus Weidner vom Verbraucherportal Teltarif.de.

Das neue iPad kommt mit den europäischen LTE-Frequenzen nicht zurecht. Umgekehrt funktionieren LTE-Smartphones für den europäischen Markt in den USA nur mit UMTS-Tempo.

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