Wirtschaft : LTU-Mitarbeiter wollen verzichten

Zur Rettung des angeschlagenen Ferienfliegers LTU sind die meisten Mitarbeiter zu einem spürbaren Lohnverzicht bereit. Die Pilotenvereinigung Cockpit teilte am Mittwoch mit, das Cockpitpersonal sei mit einer Absenkung der Gehälter um zehn Prozent, einem Verzicht auf das Weihnachtsgeld und mit Nullrunden in den Tarifrunden 2002 und 2003 einverstanden, um den Charterflieger in der Luft zu halten. Auch das Bodenpersonal werde die von der Unternehmensleitung geforderten fünf Prozent Lohnkürzung akzeptieren, sagte ein Betriebsratssprecher. In den Verhandlungen sei erreicht worden, dass der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis 2003 Bestand habe. Offen ist noch, wie sich das Kabinenpersonal verhalten wird.

Der Ferienflieger ist in den vergangenen Wochen durch die Krise seines größten Aktionärs, der inzwischen unter Nachlassverwaltung stehenden Swissair, in Turbulenzen geraten und sucht nach neuen Geldgebern. Die Unternehmensleitung hatte deshalb von den Beschäftigten Einsparungen bei den Personalkosten in Höhe von 50 Millionen Mark jährlich verlangt, um die Fluggesellschaft zu sanieren.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement bekräftigte unterdessen, ein überzeugendes Zukunftskonzept sei die Voraussetzung für eine Landesbürgschaft zu Gunsten des Charterfliegers. "Es ist selbstverständlich, dass wir das uns Mögliche tun werden, um das Unternehmen zu retten." Die Lage sei mehr als brisant. Dennoch sei er nicht ohne Zuversicht. Am morgigen Freitag wird Clement an einem Spitzentreffen mit Vertretern der Banken und des Finanz-sowie des Wirtschaftsministeriums teilnehmen, um über eine Lösung für LTU zu beraten. Clement schloss weitere Treffen nicht aus.

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