Wirtschaft : Luft- und Raumfahrtausstellung: Von der Industrie für die Industrie

Imke Henkel

Die Pariser Luftfahrtschau Le Bourget und wir sind etwa gleich auf", sagt Farnborough-Sprecherin Lindsey Hart. Die Berliner ILA sei dagegen doch eher eine Regionalmesse. Von neutraler Seite kommt die Bestätigung: "Le Bourget und Farnborough haben den gleichen Rang", meint Steve Bond, Luftfahrtexperte an der Londoner City University. "Die Berliner dagegen haben sich zunächst auf einen Nischenmarkt spezialisiert, indem sie sich auf die zivile Luftfahrt konzentrierten. Sie mögen jetzt aufholen. Die Frage ist freilich, ob die Branche drei große Messen verträgt."

Farnborough ist eine Veranstaltung von der Industrie für die Industrie. Dementsprechend steht das Geschäft im Mittelpunkt. In diesem Jahr soll sogar die Flugshow auf lediglich zweieinhalb Stunden reduziert werden, um möglichst wenig wertvolle Zeit für den Handel zu verlieren. Organisiert wird die einwöchige Messe von der Gesellschaft der britischen Luftfahrtunternehmen, der Society of British Aerospace Companies (SBAC).

Die erste von der SBAC veranstaltete Luftfahrtschau fand vor 70 Jahren statt, damals noch in Hendon. Vier Jahre später wechselte man nach Hatfield, nach dem Krieg nach Radlett. Erst seit 1948 ist das etwa eine Autostunde südlich von London gelegene Farnborough Schauplatz der Messe, die bis 1962 jährlich stattfand, seitdem nur noch in jedem zweiten Jahr. Finanziert wird Farnborough durch die Beiträge der Aussteller. Zudem beteiligen sich eine Reihe von Sponsoren, angefangen vom Fachblatt "Aviation Week" über Boeing bis zur Royal Bank of Scotland und Rolls-Royce. Die Existenz der Messe hänge jedoch nicht am Tropf der Geldgeber, betont Lindsey Hart: "Farnborough würde auch ohne seine Sponsoren stattfinden." Ebenso unabhängig ist die Messe von staatlicher Unterstützung: Die britische Regierung gibt keinen Penny.

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