Wirtschaft : Luftfahrt: Auch Frankfurter Flughafen verliert Geschäft

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Auch die deutschen Flughäfen spüren die Folgen der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten. "Wir haben die Auswirkungen noch nicht bilanziert, aber es gibt eine dicke Delle", sagt Wolf-Dieter Schaller, Pressesprecher der Frankfurter Fraport AG. Allein durch den Ausfall von täglich 50 Starts und Landungen von Maschinen in und aus den Vereinigten Staaten an den vier Tagen unmittelbar nach den Anschlägen in Washington dürfte sich ein Millionenschwerer Umsatzausfall ergeben. Analysten sprechen von rund 700 000 Euro pro Tag.

Etliche Verbindungen gestrichen

Einen Teil dieser Einbußen ist in Frankfurt nach der Aufnahme des normalen Flugverkehrs in die USA zwar wieder aufgefangen worden. Aber die US-amerikanischen Fluggesellschaften und auch die Lufthansa haben ab sofort und bis weiteres etliche Verbindungen in die Vereinigten Staaten aus dem Flugplan gestrichen. Insgesamt erwarten Analysten bei Fraport in diesem Jahr einen Ergebnisrückgang.

Rund 1300 Starts und Landungen werden in Frankfurt am Tag im Durchschnitt abgefertigt. Mit Landegebühren und den Dienstleistungen rund um die Maschine von der Abfertigung der Passagiere über das Be- und Entladen, die Reinigung und das Betanken setzt die Fraport AG pro Jet zweistellige Tausenderbeträge in Euro um. Dazu addieren sich die Ausgaben der Passagiere am Flughafen etwa für Parkgebühren, in der Gastronomie und in den Geschäften.

An Spitzentagen werden in Frankfurt über 180 000 Passagiere abgefertigt. "Es ist klar, dass es reinhaut, wenn Flüge ausfallen, Verbindungen gestrichen werden und Passagiere ausbleiben", sagt Flughafen-Sprecher Schaller. Auch der Frachtverkehr dürfte in Frankfurt die Folgen des Terrors in den Vereinigten Staaten spüren. Der Frankfurter Flughafen Fraport gilt als wichtigster Fracht-Flughafen in ganz Europa.

Die Folgen in Frankfurt sind auch aus anderen Gründen durchaus beträchtlich. Im vergangenen Jahr konnte die Zahl der betreuten Passagiere auch deshalb gesteigert werden, weil die US-amerikanischen Airlines mehr Verbindungen in die USA eingerichtet hatten. Jetzt gibt es im Gegenzug Kürzungen.

Zum anderen gilt auch am Frankfurter Flughafen das zweite Halbjahr und insbesondere das dritte Quartal wegen der Ferienzeit und auch wegen vieler Geschäftsreisen als besonders umsatzstark. Immerhin ist die Zeit der Sommerferien vorbei. Im Juli und August gab es noch deutliche Zuwächse bei den Passagierzahlen. In den anstehenden Herbstferien dürfte es allerdings aufgrund zahlreicher Stornierungen weniger Passagiere geben.

Prognosewerte nicht zu halten

Auch für die Gastronomie und die Geschäfte an den Flughäfen dürften die Folgen der Terroranschläge zu spüren sein. Konkrete Anhaltspunkte über Umsatzeinbußen hat der Fraport-Sprecher Schaller allerdings bislang noch nicht.

Im vergangenen Jahr erreichte Fraport erstmals einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Mark. Der Jahresüberschuss des Unternehmens war um 62 Prozent auf 252 Millionen Mark gestiegen. 49,4 Millionen Passagiere wurden abgefertigt, 1,6 Millionen Tonnen Fracht abgewickelt. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz bei 765 Millionen Euro, das Ergebnis erhöhte sich um 43 Prozent auf gut 39 Millionen Euro.

Für das gesamte Jahr erwartet Fraport-Chef Wilhelm im August noch mehr als 50 Millionen Passagiere. Diese Prognose ist allerdings vermutlich nur noch schwer zu halten. Im Zuge der Terroranschläge und der anhaltenden Talfahrt an der Wertpapierbörsen notiert die Fraport-Aktie mittlerweile bei weniger als 20 Euro. Zum Vergleich: Im Juni, zum Börsenstart, war die Aktie noch mit 35 Euro gestartet.

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