Luftfahrt : China baut eigene Passagierflugzeuge

Mit der Comac C919 stellt China das erste Passagierflugzeug vor, dass aus heimischer Herstellung stammt. Auslieferung soll in drei Jahren beginnen.

Die Comac C919 ist das erste Passagierflugzeug, dass in China entwickelt und gebaut wird. Es soll in drei Jahren an den Start gehen.
Die Comac C919 ist das erste Passagierflugzeug, dass in China entwickelt und gebaut wird. Es soll in drei Jahren an den Start...Foto: REUTERS

China stellte am Montag sein erstes in Eigenregie entwickelt und gebautes Passagierflugzeug vor. Das C919 getaufte Modell des chinesischen Herstellers Commercial Aircraft Corporation of China (Comac) wurde am Montag in Schanghai offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Maschine wird mit einer Länge von rund 39 Metern Platz für bis zu 168 Personen bieten. Mit zwei Motoren wird sie vor allem gegen die kleineren Modelle von Airbus (A320-Reihe) und Boeing (Boeing 737-Reihe) antreten. Bislang ist das Flugzeug noch mit Triebwerben des französischen Herstellers CFM International bestückt. In Zukunft sollen diese aber auch gegen Modelle aus heimischer Produktion ausgetauscht werden. Branchenexperten schätzen, dass die Entwicklungskosten für das Flugzeug bei rund 8,3 Milliarden US-Dollar lagen, was weit unter den üblichen Kosten liegen würde. Zum Vergleich: Der amerikanische Hersteller Boeing ließ sich die Entwicklung seines neuen Modells Boeing 787 rund 32 Milliarden US-Dollar kosten.

China möchte Kuchen vom Flugzeugmarkt abhaben

Die chinesische Regierung versucht schon seit Jahren, von dem europäischen Flugzeughersteller Airbus und seinem amerikanischen Konkurrenten Boeing unabhängiger zu werden. Besonders für die wichtige Sparte von Flugzeugen bis 250 Sitzplätzen wird in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum vorausgesagt. China baut den inländischen Flugverkehr immer weiter aus. Die beiden Hersteller Airbus und Boeing teilen sich den Markt nahezu alleine auf, kommen mit den Bestellungen chinesischer Airlines aber nicht hinterher. Die Kommunistische Partei in China möchte mit dem jetzt vollzogenen Schritt Know-How nach China holen und die Investitionen auffangen, die bisher an die ausländischen Flugzeughersteller abfließen. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua liegen bereits rund 500 Bestellungen für das Flugzeug vor, die meisten stammen jedoch von chinesischen Airlines. (dam)

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