Luftfahrt : Lufthansa spart und streicht Jobs

Innerhalb von zwei Jahren will Lufthansa die Kosten im Passagiergeschäft um eine Milliarde Euro senken. Bestellte Flugzeuge könnten später abgenommen werden. Aber auch die Mitarbeiter sollen ihren Beitrag leisten - zum Beispiel indem sie auf ihre Stelle verzichten.

Bislang schlug sich die Lufthansa in der Krise vergleichsweise gut. Jetzt fürchtet sie rote Zahlen, will deshalb ihre Kosten radikal senken und massiv Stellen streichen. Der neue Lufthansa-Vizechef Christoph Franz kündigte in einem Brief an die Mitarbeiter an, im Passagiergeschäft mittelfristig 20 Prozent der Stellen zu streichen. Betriebsbedingte Kündigungen seien allerdings derzeit nicht geplant, sagte eine Konzernsprecherin. Die Kosten müssten um eine Milliarde Euro sinken, sagte sie. Die Lufthansa-Aktie reagierte am Morgen mit Kursgewinnen.

Franz zufolge verdient die wichtigste Lufthansa-Sparte im laufenden Jahr nicht mehr ihre eigenen Kosten. Der Trend sei auch an den Halbjahreszahlen erkennbar, die am 30. Juli veröffentlicht werden sollen. Die Durchschnittserlöse je Passagier gehen laut Franz weitaus stärker zurück als die Zahl der Fluggäste.

Auch ihre Flugzeugbestellungen will die Lufthansa unter die Lupe nehmen. So müsse der Zeitplan für die Flugzeugauslieferungen ab dem kommenden Jahr infrage gestellt werden, schreibt Franz. Grund dafür sei, dass das Unternehmen im Tagesgeschäft weniger verdiene. In den Jahren 2008 bis 2014 hat die Lufthansa-Passagiersparte den Angaben zufolge insgesamt 160 neue Flieger mit einem Gesamt-Listenpreis von 16 Milliarden Euro zu finanzieren. Aufgrund der hohen üblichen Rabatte beim Flugzeugkauf sind die Listenpreise aber nicht mit den tatsächlichen Kosten gleichzusetzen.

Wie genau die Lufthansa ihre Kosten senken will, schrieb Franz nicht. Neben dem geplanten Stellenabbau kündigte er an, dass die Lieferanten "innerhalb und außerhalb des Konzerns" ihren Beitrag leisten müssten. Über die konkreten Maßnahmen werde derzeit beraten.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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