Luftfahrt : Premiere für den Airbus A380

Das weltgrößte Passagierflugzeug ist am Samstag erstmals auf einem internationalen Verkehrsflughafen gelandet. In Frankfurt am Main verfolgten rund 10.000 Zuschauer das Ereignis.

Frankfurt/Main - Ohne Probleme setzte die aus Toulouse kommende Maschine um 8.56 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen auf. Im Morgennebel war der Landeanflug des doppelstöckigen Riesenflugzeuges, das bis zu 853 Passagiere befördern kann, allerdings nur kurz zu sehen.

Bei dem eintägigen Aufenthalt in Frankfurt wird die komplette Abfertigung des neuen Riesenflugzeugs am Terminal 2 getestet. Dabei wird nicht nur das Ein- und Aussteigen der Passagiere geprobt, sondern auch alles andere, was auf dem Vorfeld des Airports zur schnellen Abfertigung eines Flugzeugs nötig ist. Dazu gehören unter anderem die Ver- und Entsorgung, das Be- und Entladen sowie das Enteisen. Am Sonntagmorgen soll der Airbus wieder in das Airbus- Stammwerk in Toulouse in Frankreich zurückkehren.

Der Vorstandsvorsitzende der Flughafengesellschaft Fraport, Wilhelm Bender, sagte nach der glatten Landung: «Der A380 ist ein Glücksfall für den Frankfurter Flughafen.» Er könne mit seiner großen Sitzzahl helfen, die Kapazitätsprobleme des an seine Grenzen stoßenden Airports zu bewältigen. Der Finanzvorstand der Lufthansa, Karl-Ludwig Kley, betonte, das Unternehmen bekenne sich zum Drehkreuz Frankfurt. Die Lufthansa werde alle 15 von ihr bestellten Maschinen hier stationieren. Jede bedeute etwa 400 Arbeitsplätze «an Bord wie am Boden», insgesamt also 6000 neue Jobs. Außerdem investiere Lufthansa einen dreistelligen Millionenbetrag in die Wartungshalle für den Großflieger. Mit dem Sommerflugplan 2008 würden die ersten vier Maschinen eingesetzt.

Airbus-Chef Gustav Humbert rechnet damit, dass die vorgeschriebene Zertifizierung der Maschine problemlos sein wird, so dass Ende 2006 der erste A380 an die Singapore Airlines ausgeliefert werden kann. Einer der wichtigsten Tests stehe aber noch bevor: die Evakuierung. Dabei müssten 853 Passagiere das Flugzeug innerhalb von 90 Sekunden über Notrutschen verlassen.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte, die Stationierung von A380-Maschinen der Lufthansa in Frankfurt von Ende 2006 an sei «für Hessen ein nicht unerhebliches Stück Existenzsicherung». Rund 10 000 Arbeitsplätze könnten entstehen, wenn das Flugzeug in Frankfurt im Linienverkehr lande und dort auch gewartet werde. Die Bauarbeiten für die A380-Werft beginnen im kommenden Monat. Die Genehmigung für die Wartungshalle war lange Zeit umstritten.

Schaulustige konnten den A380 von einem abgesperrten Gelände auf dem ehemaligen US-Militärflughafen aus beobachten, das rund 1800 Meter von der Position des Flugzeugs entfernt war. Das Ereignis wurde auf Großleinwände übertragen.

Wegen Triebwerksproblemen hatte Airbus ein anderes A380- Testflugzeug zur ersten Landung auf dem Frankfurter Flughafen geschickt als geplant. Bei dem vorgesehenen A380-Testflugzeug Nummer 1 sei in dieser Woche ein heißgelaufenes Triebwerk ausgetauscht worden, sagte eine Airbus-Sprecherin am Samstag. Deshalb sei eine andere Testmaschine eingesetzt worden. (tso/dpa)

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