Wirtschaft : Luftfahrt: US-Unternehmen will Fluglinie TWA für eine Milliarde Dollar kaufen

Die neu gebildete amerikanische Firma Jet Acquisitions Group Inc. will die US-Fluggesellschaft Trans World Airlines (TWA) für fast eine Milliarde Dollar (umgerechnet 2,07 Milliarden Mark) kaufen. Dies hat Stanford E. Lerch in Scottsdale, Arizona, bekannt gegeben. TWA hatte im Januar bei einem Konkursrichter temporären Schutz vor seinen Gläubigern gesucht.

Lerch gehört der Anwaltsfirma Lerch & DePrima an. Lerch hatte früher in den Konkursverfahren der Continental Airlines und der America West Airlines zu tun. "Unser Angebot ist mehr als zwei Mal so hoch wie die TWA-Offerte, die die American Airlines gemacht hat", betonte Lerch. Die Jet Acquisitions wolle die TWA als "unabhängige und finanziell lebensfähige" Fluggesellschaft erhalten, betonte er. Die American Airlines hatte zuvor 500 Millionen Dollar für die TWA-Vermögenswerte geboten. Sie will die TWA-Operationen, die 20 000 TWA-Bediensteten in die eigene Firma eingliedern und drei Milliarden Dollar an TWA-Schulden übernehmen. Die Jet Acquisitions will auch TWA-Flugzeugleasing-Verpflichtungen von 3,5 Milliarden Dollar übernehmen und 1,7 Milliarden Dollar ausgeben, um die TWA-Flotte zu erweitern. Die Gesamtofferte für TWA würde damit 6,2 Milliarden Dollar betragen, berichtete das "Wall Street Journal".

Die Jet Acquisitions werde in Kürze eine Garantie von einer Milliarde Dollar bieten. "Dies ist ein ernsthaftes Angebot einer erfahrenen Gruppe von Luftfahrtexperten und wichtigen Finanzleuten", versicherte Lerch. Lerch nannte keine Namen. Der Konkursrichter hat den Stichtag für TWA-Kaufofferten auf den 28. Februar verlängert. Eine TWA-Übernahme muss erst von dem Konkursgericht gebilligt werden.

Die Diskussion über die Konsolidierung der amerikanischen Luftfahrtbranche läuft nun auf Hochtouren weiter. Die UAL, Muttergesellschaft der United Airlines, will US-Airways für 11,2 Milliarden Dollar übernehmen. American will ihrerseits außer TWA auch einen Teil der US-Airways-Strecken und -Flugzeuge übernehmen. United und US-Airways sprachen sich in einem Senatshearing für ihren geplanten Zusammenschluss aus. Sie würden es auf einen US-Marktanteil von 50 Prozent bringen. Continental Airlines und Delta Air Lines protestierten dagegen. Continental hatte vor wenigen Tagen bestätigt, dass sie sich in Fusions- und Allianzdiskussionen mit anderen Airlines befindet, ohne Namen zu nennen. Delta soll mit Continental und mit der Northwest Airlines Gespräche führen.

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