Luftfahrtindustrie : Bremen steigt bei EADS ein

Beim geplanten Einstieg beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS beteiligt sich Bremen mit rund 30 Millionen Euro. Darauf einigten sich Regierungschef Böhrnsen (SPD) und sein Stellvertreter Röwekamp (CDU).

Bremen - Die Verständigung zwischen beiden Bürgermeistern werde am Dienstag noch dem Senat vorgelegt, sagte ein Sprecher. Die Hansestadt beteilige sich mit 2 Prozent an dem 7,5 Prozent-Anteil, den DaimlerChrysler verkaufen will. Das entspreche 0,15 Prozent am Konzern. Derzeit laufen zudem noch letzte Abstimmungen über den Einstieg eines Bankenkonsortiums bei EADS, nachdem eine positive Entscheidung nach Angaben der Bundesregierung grundsätzlich bereits gefallen war.

Das kleine Bundesland will in einem Investorenpool, andere norddeutsche Bundesländer eingeschlossen, den Anteil an dem deutsch-französischen Konzern erwerben, um den Luftfahrtstandort Deutschland und speziell Bremen zu stärken. Hamburg und Niedersachsen bekundeten bereits ihre Bereitschaft zu investieren. Die EADS-Tochter Airbus steckt unter anderem wegen Problemen bei der A380-Fertigung in der Krise.

Die Gelder sollen nach Angaben des Senatssprechers über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bremer Investitions-Gesellschaft, eine 100 prozentige Tochter des Landes Bremen, in den Investorenclub fließen. Die Gesellschaft werde zur Finanzierung des Anteilskaufs eine Kreditermächtigung vom Land erhalten.

Sicherung von Arbeitsplätzen

"Bremens Engagement ist ein klares Bekenntnis zum Luft- und Raumfahrtstandort und insbesondere zum Bremer Airbus-Werk. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um hoch qualifizierte Bremer Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern und setzen darauf, dass alle übrigen Beteiligten sich ihrer Verantwortung für die Arbeitsplätze ebenfalls stellen", begründeten Böhrnsen und Röwekamp die geplante Beteiligung. An EADS hängen direkt und indirekt rund 10.000 Arbeitsplätze in der Hansestadt.

Zuvor hatten schon andere norddeutsche Länder ihre Investitionsbereitschaft erklärt. "Niedersachsen wird aktiv dazu beitragen, das deutsch-französische Gleichgewicht bei EADS zu erhalten und ist der Bundeskanzlerin dankbar für die entsprechenden Vorschläge", hatte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) am Wochenende gesagt. Seine Aussage blieb nicht ohne Kritik. Die oppositionellen Grünen wie auch der Koalitionspartner FDP halten eine Beteiligung des Landes für bedenklich. Nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" will sich Niedersachsen mit 80 Millionen Euro beteiligen, die für drei oder vier Jahre investiert werden sollen. (tso/dpa)

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