Wirtschaft : Lufthansa-Aktie kostet 33,30 DM

Privatanleger zahlen 32,30 DM / Bund bekommt 4,7 Mrd.DM / Nachfrage unter den Erwartungen

FRANKFURT (MAIN) (dpa).Die Restprivatisierung der Lufthansa wird dem Bund insgesamt rund 4,7 Mrd.DM einbringen.Dies ergibt sich aus dem Stückpreis der Aktie von 33,30 DM, den die Konsortialbanken am Sonntag bekanntgaben.Die Nachfrage nach dem Wertpapier war den Angaben zufolge mehr als doppelt so hoch wie das Angebot, lag allerdings unter den Erwartungen der Experten.Über 50 Prozent des Plazierungsvolumens gehe an Privatanleger, der Rest werde unter Großinvestoren aus dem In- und Ausland verteilt, hieß es.Privatanleger bekommen die neuen Anteilsscheine für 32,30 DM, also um eine D-Mark billiger.Die 1994 begonnene Privatisierung der Lufthansa ist damit abgeschlossen.Von Montag an werden sämtliche Papiere an der Börse gehandelt.Der neue Aktienpreis liegt allerdings unter den bisherigen Schätzungen."Der schwache Freitagskurs war dabei ein Problem", meint der Lufthansa-Experte vom Frankfurter Analystenbüro Independent Research, Jürgen Trojan.Der Schwerpunkt der Zuteilung der 143 Mill.Aktien lag den Angaben zufolge bei Orders bis zu 500 Stück.Allerdings bekommen viele Anleger deutlich weniger Papiere, als sie bestellt haben.Wer zum Beispiel zwischen 100 und 250 Aktien geordert hat, erhält 50 Anteilsscheine, wer bis zu 500 wollte, bekommt 125.Privatanleger, deren Bestellung bis zum 2.Oktober eingegangen war, bekommen jeweils doppelt so viel."Das ist eine recht magere Zuteilung", sagte Trojan.Experten hatten zuvor eine Mindestzuteilung von 100 Aktien für wahrscheinlich gehalten.Die Bundesregierung, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Konsortialbanken und die Lufthansa werteten die Plazierung als einen vollen Erfolg.Die Bundesregierung hatte das Aktienpaket von 35,7 Prozent bereits 1996 bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau geparkt und dafür 2,1 Mrd.DM erhalten.Diese müssen jetzt von den 4,7 Mrd.DM abgezogen werden.Finanzexperte Trojan nannte es einen "leichten Schock", daß die Aktienausgabe nur zweifach überzeichnet war.Bei der Plazierung der Deutschen Telekom im vergangenen Herbst hatte die Nachfrage das Angebot um das Fünffache überstiegen. Positiv ist nach Trojans Worten allerdings, "daß die privaten Anleger so zugegriffen haben".Der relativ niedrige Preis spreche dafür, daß sich nun auch Großinvestoren verstärkt an dem Lufthansa-Papier bedienen werden.Das Bundesverkehrsministerium, die Konsortialbanken und die Lufthansa wollen am Montag Einzelheiten zur Interessentenstruktur und Aktienplazierung bekanntgeben.

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