Wirtschaft : Lufthansa droht ein neuer Streik

ro

Der Lufthansa droht in den nächsten Wochen möglicherweise ein neuer Pilotenstreik, wenn auch in bedeutend geringerem Ausmaß als im vergangenen Frühjahr. Am Freitag haben sich die Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline mit großer Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen, nachdem die Arbeitgeberseite in den Verhandlungen bislang kein konkretes Ergebnis vorgelegt hat. Jetzt müsse ab sofort mit unbefristeten Streikmaßnahmen gerechnet werden, teilte die Pilotenvereinigung Cockpit nach der Urabstimmung mit - ohne Details zu nennen. Im September vergangenen Jahres hatten sich beide Seiten schon fast geeinigt. Aufgrund der Terroranschläge ergab sich aber eine neue Situation. Seitdem hat Lufthansa Cityline kein Angebot mehr vorgelegt.

Cockpit-Verhandlungsführer Michael Mages bekundete jetzt die Bereitschaft zur sofortigen Wiederaufnahme der Gespräche, falls Cityline zügig ein "verhandlungsfähiges" Angebot vorlege. Auch Cityline-Geschäftsführer Thomas Dräger zeigte sich weiter gesprächsbereit und forderte die Piloten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Cityline habe bereits zugesagt, Ende Februar ein konkretes Angebot vorzulegen. Erst dann sei der Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres absehbar. Damit gebe es eine vernünftige Grundlage für weitere Gespräche. Ein Streik ist nach Ansicht von Cityline derzeit völlig unangemessen. Auch die Urabstimmung sei ein Fehler gewesen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

97,5 Prozent der zur Urabstimmung aufgerufenen Cityline-Piloten hatten sich am Freitag für einen Streik ausgesprochen. Insgesamt gaben fast 99 Prozent der rund 660 Cityline-Piloten ihre Stimme ab. Cockpit hatte die Tarifverhandlungen am 22. Januar für gescheitert erklärt und zur Urabstimmung aufgerufen. Allerdings haben beide Seiten ihre Gespräche in der Zwischenzeit fortgesetzt, ohne dass es allerdings nach Ansicht der Arbeitnehmerseite sichtbare Fortschritte gegeben hat. Mit Verweis auf das Rekordjahr 2000 fordert Cockpit einen deutlichen Gehaltsaufschlag, mit dem auch der Abstand zum Gehalt der Lufthansa-Piloten verringert werden soll. Daneben pochen die Piloten auf eine Gewinnbeteiligung. Sie ist nicht ausgezahlt worden, weil sie nach dem Willen der Arbeitgeber in die neue Vergütung eingebaut werden soll.

0 Kommentare

Neuester Kommentar