Wirtschaft : Lufthansa: Erneuter Streik

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Jürgen Weber, ist Spekulationen um einen angeblichen Ergebniseinbruch bei der Fluggesellschaft entgegen getreten. Ein Gewinnrückgang von mehr als 35 Prozent sei nicht mehr als eines von mehreren unwahrscheinlichen Planspielen für 2001, sagte Weber am Montag. "Es ist unverantwortlich, so zu tun, als sei dies das wahrscheinliche Szenario für das laufende Jahr". Die Lufthansa liege im bisherigen Jahresverlauf sowohl bei der Passage als auch bei der Fracht über ihren finanziellen Planzahlen. Weber äußerte sich damit zu einem Bericht der "Financial Times Deutschland" der vergangenen Woche, demzufolge die Lufthansa in diesem Jahr mit einem Rückgang des operativen Gewinns um mehr als ein Drittel rechnen müsse. Auch im Frachtbereich könne von einem Gewinneinbruch nicht die Rede sein, sagte Weber.

Der Lufthansa drohen indes in der laufenden Tarifrunde zum zweiten Mal innerhalb von sechs Tagen bundesweite Warnstreiks mit massiven Behinderungen für die Fluggäste. Die Vereinigung Cockpit rief 4200 Piloten und Copiloten für diesen Mittwoch zwischen 6.30 und 9.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen auf. Damit solle die Lufthansa bewegt werden, in den inzwischen rund acht Wochen dauernden Gesprächen endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte Cockpit-Tarifexperte Thorsten Gommert. Erst am Freitag hatten Warnstreiks des Bodenpersonals zu Flugausfällen geführt. Die Lufthansa einigte sich jedoch mit der Gewerkschaft Verdi über einen Tarifvertrag für diesen Teil ihrer Beschäftigten.

Die Pilotenvereinigung rief das Cockpitpersonal von Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Condor in allen deutschen Stationen zum befristeten Ausstand auf. Cockpit fordert deutliche Einkommenserhöhungen von im Schnitt mehr als 30 Prozent. "Die Piloten und Copiloten der Lufthansa sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich produktiv, aber unterdurchschnittlich bezahlt", sagte Gommert.

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