Wirtschaft : Lufthansa fliegt aus der Börsenliga

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HypoVereinsbank, die Dresdner Bank, die Münchener Rückversicherung und der Chemieriese BASF rücken aufdr

Die deutschen Aktiengesellschaften gewinnen international an Bedeutung - zumindest, wenn man den führenden europäischen Aktienindex, den Euro-Stoxx 50, als Maßstab nimmt. Die HypoVereinsbank, die Dresdner Bank, die Münchener Rückversicherung und der Chemieriese BASF rücken im Zuge der Neufestsetzung mit dem 20. September in den Euro-Stoxx 50 auf. Heraus fällt dafür die Deutsche Lufthansa. Dies teilte die Stoxx Limited in Zürich mit. Insgesamt werden damit von den 50 Firmen im Börsenbarometer 14 deutsche sein.

Neben den vier deutschen Unternehmen werden die spanische Banco Santander Central Hispano, die französischen Konzerne Suez Lyonnaise des Eaux und Sanofi Synthelabo in den europäischen Standardwerte-Index einrücken. Heraus fallen dafür der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel, die Allied Irish Bank, der italienische Autokonzern Fiat, der niederländische Medienwert Elsevier, Portugal Telecom und der französische Elektrokonzern Schneider Electric. Möglich wurde die Aufnahme durch eine Regeländerung. Wurden die Mitglieder früher vorrangig nach der Länderzugehörigkeit ausgewählt, zählen seit Mitte Juni dieses Jahres das Branchen- und vor allem das Marktgewicht. Der Euro-Stoxx 50 umfasst nunmehr die 50 Unternehmen aus Euroland mit der größten Börsenkapitalisierung (Zahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs). Daneben gibt es den Euro-Stoxx-Index, der die 50 größten Unternehmen aus der Europäischen Union und der Schweiz widerspiegelt. Hier rückt die Münchener Rück auf, der Essener Energiekonzern RWE fällt hingegen heraus.

Von den deutschen Kandidaten wurde die Aufnahme einhellig begrüßt. Stellvertretend mag die Stellungnahme der HypoVereinsbank stehen: "Mit der Aufnahme sind wir ein europäischer Blue Chip. Unser Ziel ist es, unsere Aktionärsbasis in Europa weiter zu verbreitern." Dabei zielen die Gesellschaften weniger auf die Kleinaktionäre, die sich auch am Euro-Stoxx 50 ausrichten. Wesentlich ist eine Aufnahme in den Index vor allem für die Beurteilung durch die Anlagestrategen der großen europäischen und US-Fonds. Insbesondere die Index-gebundenen Fonds richten ihre Zusammensetzung danach aus. Im Extremfall haben diese sogenannten institutionellen Anleger nicht nur sämtliche Aktien eines Index im Portfolio, sondern berücksichtigen bei ihren Anlageentscheidungen auch noch das Gewicht, das die Papiere in dem jeweiligen Index haben. Für die US-Pensionsfonds, die größten Kapitalgeber an den internationalen Börsen, gelten sehr strenge Anlagekriterien, die die Gesellschaften nach der Aufnahme in den Index nun umso besser erfüllen können. Daneben steigt der Bekanntheitsgrad der Gesellschaften, was ihnen beispielsweise bei einer Kapitalerhöhung oder der Emission einer Anleihe hilft.
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