Wirtschaft : Lufthansa: Fluggesellschaft bestellt angeblich neuen Airbus und lehnt Boeing-Offerte ab

brö

Die Lufthansa will offensichtlich den neuen Großraumjet Airbus A380 bestellen und sich damit gegen den US-Flugzeughersteller Boeing entscheiden. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Freitag soll sich der Vorstand der Fluggesellschaft bereits entsprechend entschieden haben. Lufthansa wolle zehn A380 fest bestellen und außerdem 15 Optionen unterzeichnen. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, solche Spekulationen kommentiere man nicht. Boeing hatte eine verlängerte und modernisierte Version der 747 angeboten, die nach Unternehmensangaben sehr viel früher als das Airbus-Produkt geliefert werden könnte. Bislang gibt es aber noch keine Bestellung.

Die "FTD" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, in den nächsten Wochen sollten die Detailverhandlungen abgeschlossen werden. "Die Angelegenheit ist klar", zitierte das Blatt einen nicht näher genannten Lufthansa-Manager. Die Sprecherin der Airline sagte, beide Projekte, die A380 und der Jumbo von Boeing, seien interessant und würden überprüft. Man werde sich im Laufe des ersten Halbjahres 2001 entscheiden. Erwartet werde aber eine Reduzierung der Kosten pro Platz von 15 Prozent. Ein A380, der 555 Plätzen bietet, kostet nach Airbus-Angaben 250 Millionen Dollar (rund 547 Millionen Mark). Danach hätte das ausgehandelte Gesamtpaket einen Wert von 6,25 Milliarden Dollar. Airbus räume den Erstkunden aber erhebliche Rabatte ein, schrieb die Zeitung. Sie lägen nach Branchenschätzungen bei 25 Prozent. Lufthansa ist derzeit der größte Kunde Boeings außerhalb der USA. Eine Entscheidung für den A380 wäre daher ein schwerer Schlag für den US-Flugzeugbauer. Airbus hat von anderen Fluglinien bereits 66 Festbestellungen und 54 Optionen für den neuen Flieger. Das erste Exemplar für den Markt soll im Jahre 2006 starten können.

Dennoch wird der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, dem Airbus zu 80 Prozent gehört, nach Einschätzung von Analysten im Jahr 2000 rote Zahlen schreiben. Dafür seien Kosten für die Absicherung von Wechselkursrisiken verantwortlich. Die EADS legt am Montag in Amsterdam ihre erste Bilanz nach dem Zusammenschluss aus vier europäischen Unternehmen vor. Knapp zwei Drittel des EADS-Umsatzes kommen von der Airbus-Tochter.

0 Kommentare

Neuester Kommentar