Wirtschaft : Lufthansa führt neue Business-Class ein Ab Herbst 2003 neue Sitze und exklusive Terminals

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Frankfurt (Main) (hz/HB). Die Lufthansa will angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Billigflieger verstärkt lukrative Geschäftskunden befördern. Mit einer verbesserten BusinessClass und neuen, exklusiven Terminals versucht Deutschlands größte Fluggesellschaft mitten in der schweren Krise der Luftfahrtbranche ihre Stellung als Premiumanbieter auszubauen. Die verbesserte Business-Class ist darum Kernstück der Premiumoffensive der Lufthansa und wird ab Herbst 2003 eingeführt.

Die Lufthansa befindet sich wegen der schwachen Konjunktur, Sars und dem Irak-Krieg in ihrer schwersten Krise, da die Passagiere entweder ganz zu Hause bleiben oder lieber billiger fliegen. Auf den innerdeutschen und den europäischen Strecken macht dem Unternehmen die Konkurrenz der Billigflieger schwer zu schaffen.

Erstmals will die Fluggesellschaft im Herbst ihren Kunden in der neuen Business-Class einen Platz anbieten, der sich in ein Bett verwandeln lässt. Ein Prototyp dieses Flugzeugsitzes wird bereits bis Ende des Monats auf der Strecke Frankfurt - Chicago getestet. Zehn neue Airbus 340-Maschinen werden diese Bestuhlung bis Anfang 2004 erhalten und in den nächsten zwei Jahren wird sukzessive dann die gesamte, etwa 70 Maschinen umfassende Langstreckenflotte so ausgerüstet, wie der neue Vorstandschef der Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, entschied. Die Deutschen rücken damit in eine Liga mit British Airways, der australischen Qantas und der asiatischen Cathay Pacific, die ihren Kunden solchen Service bereits bieten.

Zugleich steckt Lufthansa über 30 Millionen Euro in zwei neue Terminals, die in Frankfurt und München First-Class und Top-Kunden einen exklusiveren Zugang zur Maschine bieten sollen. Die umworbenen Kunden können dort nicht nur spezielle Transfer-Lounges finden, sondern auch Einchecken, Gepäckablage sowie Sicherheitskontrollen an Ort und Stelle erledigen. Auch eine neue Topkundenkarte oberhalb der Senatorcard ist geplant, die die Premiumgäste stärker herausheben soll.

Kampf um die Premium-Kunden

Die Marktsegmentierung in der krisengeschüttelten Branche schreitet damit voran. Einige Experten empfehlen der Fluggesellschaft bereits, sich künftig weitgehend auf internationale Verbindungen zwischen den großen Drehkreuzen zu konzentrieren und die Zubringerdienste fast völlig an günstigere Kooperationspartnern abzugeben. Doch auch für das Geschäft mit hochpreisigen Flugtickets zeichnet sich ein schärferer Wettbewerb ab. Längst ist der Transport von Premiumkunden nicht mehr allein Linienfluggesellschaften vorbehalten. Geschäfts- und auch wohlhabende Privatkunden weichen zunehmend auf spezielle Charter-Angebote aus. Vom lukrativen Premiummarkt möchte sich Mayrhuber nun ein größeres Stück abschneiden, denn die zahlungskräftigen Kunden gehören zu seiner bevorzugten Zielgruppe. Uwe Weinreich, Luftfahrtexperte der Hypo-Vereinsbank, schätzt, dass der Premiumsektor mit rund 18 Prozent des Passagieraufkommens bei Lufthansa für rund 60 Prozent des Umsatzes sorgt.

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