Wirtschaft : Lufthansa greift nach der SAS

André Anwar

Stockholm - Die skandinavische SAS könnte bald in deutschen Besitz übergehen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters verhandelt die Lufthansa zurzeit mit ihrem weitaus kleineren Partner in dem Luftfahrtbündnis Star Alliance über eine Übernahme. Reuters spricht von exklusiven Verhandlungen und beruft sich auf Quellen bei der Lufthansa und in der Luftfahrtindustrie. Das Gerücht führte am Freitag dazu, dass die SAS-Aktie nach massiven Aufkäufen aus dem Stockholmer Börsenhandel genommen wurde.

SAS habe sich schon im Mai an die Lufthansa gewandt, hieß es. Die 1946 gegründete Fluglinie und ihre aus rund 170 Maschinen bestehende Flotte könnte billig zu haben sein. Sie befindet sich seit längerem in einer wirtschaftlichen Krise. Ob die Übernahme tatsächlich stattfinde, bleibe aber ungewiss. Die Verhandlungen hätten noch zu keinem Resultat geführt.

Sture Stölen, SAS-Chef für die Beziehungen zu Investoren, gab sich am Freitag zugeknöpft. Nach dem Handelsstopp gegen 14 Uhr sagte er lediglich: „Eine offizielle Stellungnahme kommt bald. Bis dahin kann ich nichts sagen.“ Die SAS ist mehrheitlich ein staatliches Unternehmen. Es gehört zu 21,4 Prozent dem schwedischen Staat. Dänemark und Norwegen halten je 14, 3 Prozent.

Die Lufthansa wird von Branchenkennern bereits seit längerem als naheliegender künftiger Eigentümer bewertet. Sie gehört mit Air France/KLM und British Airways zu den drei größten Fluggesellschaften Europas und zeigte in jüngster Vergangenheit auch an anderen kleineren Fluglinien Interesse. So bemüht sie sich um Austrian Airlines und hat die Übernahme der belgischen Brussels Airlines angekündigt. André Anwar

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