Wirtschaft : Lufthansa hält den Kurs und wird sogar Klassenbeste

Martina Ohm

Die Deutsche Lufthansa hat Jürgen Weber einiges zu verdanken. Noch Anfang der Neunziger Jahre schrammte der deutsche Nationalcarrier dicht an einer Crash vorbei. Heute erinnert kaum noch etwas daran, dass die hohen Kosten und die niedrige Produktivität einst nur mit dem Verkauf von Flugzeugen und der Auflösung von Finanzreserven aufgefangen werden konnten. Heute steht Lufthansa als gesundes Unternehmen da, das sich überdies als Privatunternehmen in einem bemerkenswert bewegten Markt gut behauptet. Erstaunlich gut sogar, wenn man bedenkt, wie konsequent, schnell und ohne viel Aufhebens die Abnabelung von Vater Staat gelang, ohne dass es zu größeren und das Ansehen schädigenden Personaldiskussionen in aller Öffentlichkeit gekommen wäre. Sein ehrgeiziges Ziel, Klassenbester zu werden, hat Lufthansa-Chef Jürgen Weber jedenfalls erreicht. Daran ändert auch der fast 40prozentige Einbruch beim operativen Ergebnis im aktuellen Neun-Monats-Ausweis nichts. Denn dieser Rückgang war zu erwarten und ist im wesentlichen auf Sonderverkäufe wie den Verkauf der Lufthansa-Anteile am Touristik-Konzern Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr zurückzuführen. Außerdem kann Lufthansa auch mit einem zweitbesten Ergebnis in der Unternehmenschronik durchaus glänzen. Immerhin sind etliche Schwierigkeiten zu überwinden. So machen Kapazitätsausbau, Preisdruck, höhere Rohstoffpreise und vor allem die teuren Verspätungen im Flugverkehr der Fluggesellschaft zu schaffen. Ohne die Kooperationen im Rahmen der Star Alliance und die jüngste Beteiligungsoffensive stünde Lufthansa in der Tat viel schlechter da. Dass das nicht der Fall ist, geht auch auf das Konto von Jürgen Weber. "Seine" Star Alliance rangiert unter den vier internationalen Allianzen im Flugverkehr bis dato unangefochten an der Spitze.

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