Wirtschaft : Lufthansa hat Chancen bei Swiss Regierung will die Deutschen als Partner

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Zürich Nach dem Ausstieg der Swiss aus dem Luftfahrtbündnis „Oneworld“ deutet alles darauf hin, dass sich die Schweizer wieder mit der Lufthansa an einen Tisch setzen werden. Vor allem der größte Anteilseigner, der Schweizer Staat, macht Druck: „Ich glaube, es wird eine strategische Partnerschaft brauchen“, sagte der Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz am Donnerstag.

Auch einen Verkauf der Fluglinie, bislang ein Tabu-Thema in der Schweiz, kann sich der Minister vorstellen. Dieses Szenario ließe sich am besten mit Hilfe einer Kapitalerhöhung der Swiss umsetzen. „Bei dieser Gelegenheit würde der Bundesrat das Aktienpaket von 20 Prozent einem strategischen Besitzer verkaufen“, sagte Merz. Ein strategischer Besitzer könne dabei nur ein Luftfahrtunternehmen sein.

Damit ist klar, wohin die Reise geht. Zwar verfügt Bern nur über genau 20,4 Prozent der Anteile an der Swiss, aber gemeinsam mit den Kantonen sowie den Schweizer Großbanken, die sich in diesem Fall eng mit der Regierung abstimmen, verfügen die Fusionsbefürworter über eine Mehrheit.

Beobachter und Börsenhändler sehen das genauso. Eine sinnvolle Netzabstimmung sei nur mit Lufthansa möglich, meint Thomas Bieger, Luftfahrtexperte an der Universität St. Gallen. Robert Czerwensky, von der Vereins- und Westbank glaubt: „Lufthansas Chancen sind gestiegen.“ Ein Analyst der Schweizer Privatbank Wegelin & Co. spricht vom „Rettungsfallschirm Lufthansa“ - eine Einschätzung, die sich auch an den Märkten wiederspiegelt: In Anbetracht des Aufwands, den die Integration der Swiss verursachen würde, gaben Lufthansa-Aktien am Donnerstag nach, Swiss-Aktien dagegen legten zu.

Nahrung erhalten die Spekulationen um eine Zusammengehen der beiden Gesellschaften vor allem aus der Tatsache, dass die Lufthansa gegenwärtig eine zKapitalerhöhung vornimmt, ohne das bisher nachvollziehbar ist, wozu sie die zusätzlichen Millionen braucht. Ein Akquisition wäre eine einleuchtende Erklärung. Dennoch weisen die Gesellschaften selber Spekulationen über einen Zusammenschluss zurück – auch wenn keine Seite eine künftige Partnerschaft ausschließt. Die Schweizer müssten erst eine klare Vorstellung davon haben, was sie wollten, sagte eine Sprecherin der Lufthansa. dp/oli/HB

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