Wirtschaft : Lufthansa knüpft enge Bande mit All Nippon Airways

Allianz mit größter Fluglinie Asiens unter Dach und Fach / Jetzt muß nur noch die Lücke im China-Verkehr geschlossen werden FRANKFURT (MAIN)/BERLIN (ro).Beim Knüpfen ihres Verbund-Netzes ist die Lufthansa einen Schritt weitergekommen: Jetzt ist auch eine strategische Allianz mit All Nippon Airways (ANA), der größten Fluglinie Asiens, unter Dach und Fach.Dies wird noch bestehende Lücken im Streckennetz schließen und das Angebot für die Passagiere ausweiten.Die Vielfliegerprogramme werden gegenseitig geöffnet.Daneben sollen durch die gemeinsame Nutzung von Flughafeneinrichtungen die Kosten gedrückt werden.Damit muß Lufthansa-Chef Jürgen Weber jetzt nur noch eine Lücke mit Blick auf China schließen.Angeblich steht die Lufthansa dabei in Verhandlungen mit der Hongkonger Airline Cathay Pacific.Mit dem neuen Verbund, der die Strecke zwischen Deutschland und Japan zu einer der wichtigsten Luftverkehrsverbindungen zwischen Europa und Asien machen soll, wird in absehbarer Zeit wohl auch die "Star-Allianz" ausgebaut.Diesem Zusammenschluß gehören bislang die Lufthansa, United Airlines, die skandinavische SAS, Air Canada, die brasilianische Varig und Thai Airways an.Singapur Airlines, mit der die Lufthansa im vergangenen Herbst eine Allianz geschlossen hat, und ANA haben dem Vernehmen nach ebenfalls "starkes" Interesse, bei der "Star-Allianz", dem weltgrößten Verbund in der Luftfahrt, mitzumischen.Bereits zum 1.Mai werden die Lufthansa und die ANA ihre Vielflieger-Programme harmonisieren.Noch in diesem Jahr sollen die ersten Gemeinschaftsflüge ("Code Share") zwischen Frankfurt und Tokio aufgenommen werden.Mit über 39 Millionen beförderten Passagieren steht ANA an sechster Stelle unter den Fluggesellschaften.Zum Vergleich: Mit Lufthansa sind im vergangenen Jahr 44,5 Millionen Menschen geflogen.Die eindeutige Stärke von ANA lag bisher allerdings vor allem im innerjapanischen Verkehr.International beförderte die ANA 1996 nur 2,7 Millionen Passagiere.Dies soll sich durch die Allianz mit der Lufthansa und die offenbar kurz vor dem Abschluß stehende Vereinbarung mit United Airlines aber jetzt ändern.ANA, die derzeit rund 140 Jets betreibt, beschäftigt 14 900 Mitarbeiter.Bei der Lufthansa sind es rund 58 000, denen knapp 320 Flugzeuge zur Verfügung stehen.Für beide Airlines bietet die Allianz die Chance, die Gewinne weiter zu steigern.Die Lufthansa soll, wie Uwe Weinreich von der BHF-Bank schätzt, durch die Allianz mit United, SAS, Thai, Varig und Air Canada sowie das ebenfalls bestehende Abkommen mit South African Airways und den aus diesen Verbindungen resultierenden Kostenvorteilen 1997 rund 400 Mill.DM mehr verdient haben.1998 soll sich dieser zusätzliche Ertrag auf 475 Mill.DM erhöhen.Die Verbindungen mit Singapur Airlines und ANA könnten, so Weinreich, weitere 25 Mill.DM in die Kassen der Lufthansa spülen, so daß der Extra-Gewinn auf eine halbe Milliarde DM steigen würde.

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