Wirtschaft : Lufthansa mit schwachem Start an der Börse

Schlußkurs von 33,40 DM / 52 Prozent der Fluglinie in der Hand von Privatanlegern / Vorstandschef Weber hat Kursziel von 50 DM

FRANKFURT (MAIN)(oe/dpa).Die Restprivatisierung der Lufthansa ist zwar gelungen, löste aber an der Börse kein Freudenfeuer aus.Der Kurs der Aktie stieg am Montag nur leicht über den Ausgabepreis von 33,30 auf 33,42 DM.Gegen den Aufwärtstrend an der Börse insgesamt fiel der Lufthansa-Titel um 0,40 DM.Dabei wechselten nach Angaben der Börse bis zum Schluß des Präsenzhandels 4,8 Mill.Lufthansa-Aktien den Besitzer, das sind ungewöhnlich viele.Erst am Sonntag war der Ausgabekurs für die Aktien aus dem letzten Lufthansa-Paket des Bundes mit 33,30 DM festgelegt worden.Privatanleger bekommen das Papier mit einer DM Rabatt.Dem Bund hat die Restprivatisierung insgesamt rund 4,7 Mrd.DM gebracht. Die Plazierung sei ein voller Erfolg gewesen, sagten Bankenvertreter auf einer Pressekonferenz an der Börse.Die Nachfrage sei doppelt so groß gewesen wie das Angebot, so daß Privatanleger jetzt ihre Aufträge jeweils zur Hälfte erfüllt bekommen.Insgesamt seien knapp 52 Prozent der 143 Mill.Aktien an Privatanleger in Deutschland gegangen, sagte Dresdner-Bank-Vorstandsmitglied Hansgeorg Hofmann.Die andere Hälfte hätten sich institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland geteilt.Nach der Restprivatisierung befinden sich jetzt rund 37 Prozent der Fluglinie in ausländischem Besitz.Gemäß dem Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz muß die Gesellschaft zu mehr als die Hälfte in deutschem Besitz sein. Nach einer Umfrage unter den Aktien-Interessenten sind mehr als die Hälfte daran interessiert, das Papier längerfristig zu behalten.Die aktuelle Kursentwicklung sei daher nicht entscheidend.Grundsätzlich sei er nach wie vor davon überzeugt, daß die Aktie noch großes Potential habe, sagte Lufthansa-Chef Jürgen Weber.Ein Kursziel von rund 50 DM halte er nicht für ausgeschlossen.Bei den Gesprächen mit den institutionellen Investoren auf der ganzen Welt, die er in den vergangenen zwei Wochen geführt habe, habe er viel Lob gehört und auch viele Anregungen für die Zukunft bekommen.Daß auch die Mitarbeiter der Lufthansa großes Interesse an der Aktie gezeigt haben, wertete Weber als Beweis dafür, daß die Lufthanseaten von der Zukunft ihres Unternehmens überzeugt sind."Die neue Freiheit beflügelt uns, sie gibt uns Schub", sagte der Lufthansa-Chef.Man werde die Perspektiven im Wachstumsmarkt der internationalen Luftfahrt für das Unternehmen und die Anleger ausschöpfen. Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann versprach dem Vorstandsvorsitzenden, daß der Bund sich auch weiterhin dafür einsetzen werde, daß die Wettbewerbsbedingungen für die Lufthansa nicht verschlechtert würden.Bonn werde auf Privatisierung und Subventionsabbau bei anderen Fluggesellschaften in Europa drängen.Weber hatte in der Vergangenheit mehrfach die hohen Subventionen für Air France und andere europäische Fluglinien beklagt.Er sei davon überzeugt, daß die Lufthansa die neuen Freiräume für eine weiter steigende Entwicklung nutzen werde, sagte der Minister.Der Staatssektär im Bundesfinanzministerium, Manfred Overhaus, betonte, daß der Erfolg der Plazierung des Bundes-Anteils an der Lufthansa die Regierung in ihrem Vorhaben bestärke, auch in Zukunft eine aktive Privatisierungspolitik zu betreiben.Mehr als 400 000 Privatpersonen hätten das Lufthansa-Papier geordert.Dagegen hatten sich deutsche Großinvestoren deutlich zurückgehalten.

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