Wirtschaft : Lufthansa muss Landerechte abgeben

EU-Kommission genehmigt Übernahme von Swiss nur mit Auflagen

-

Brüssel/Frankfurt am Main Die EU-Kommission hat der Lufthansa den Weg zur Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss frei gemacht. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes betonte am Dienstag, sie begrüße die Konsolidierung im europäischen Luftfahrtsektor, sofern sie nicht zu Preissteigerungen oder einem geringeren Angebot für die Kunden führe. Deshalb müssen sich Lufthansa und Swiss verpflichten, Start- und Landerechte auf acht europäischen Flughäfen – insbesondere an den Drehkreuzen Frankfurt, München und Zürich – für Wettbewerber freizugeben.

Insgesamt soll die Konkurrenz Zugang zu 41 Mittel- und Langstreckenverbindungen erhalten. „Das sind Auflagen, die wir erwartet haben“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Beim Zusammenschluss von Air France und der niederländischen KLM hatte die EU im Vorjahr ähnliche Auflagen verhängt. US-Kartellbehörden hatten der Swiss-Übernahme bereits zu Wochenbeginn ohne Auflagen zugestimmt. Zwar war die Akquisition, für die Lufthansa bis zu 310 Millionen Euro sowie weitere 100 Millionen Euro an Integrationskosten aufwendet, schon Ende März besiegelt worden. Bis zur Genehmigung der Kartellbehörden mussten sich die Fluglinien jedoch wie Konkurrenten verhalten und durften keine vertraulichen Daten austauschen.

Nun kann die operative Integration der Swiss in den Konzernverbund beginnen: Insgesamt sieben Lufthansa-Arbeitsgruppen haben am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. Zunächst soll das Netzmanagement dafür sorgen, dass beide Fluglinien bis Oktober einen harmonisierten Flugplan vorlegen. Darüber hinaus sollen in einigen Wochen die Vielfliegerprogramme miteinander verbunden, IT-Prozesse verknüpft und erste Synergien im Vertrieb gehoben werden. „Schon in wenigen Wochen werden die Kunden unserer beiden Fluglinien die ersten Vorteile des Zusammenschlusses erleben“, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber.

Der Zeitdruck ist enorm. Dies umso mehr, weil die Schweizer Fluglinie 2006 in den Airline-Verbund Star Alliance aufgenommen werden soll. Auch für diese Eingliederung muss die Swiss in den kommenden zwölf Monaten ein Geflecht an IT-Systemen und Abläufen umstellen. Außerdem hat das laufende Sanierungsprogramm Priorität, das die Swiss nach hohen Verlusten zurück in die schwarzen Zahlen bringen soll. „Die Ertragslage und die Kostenstruktur sind nach wie vor ungenügend“, hatte Swiss-Vorstandschef Christoph Franz im Mai erklärt. ebe (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben