Wirtschaft : Lufthansa: Piloten wieder zurück am Verhandlungstisch

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Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Lufthansa und der Vertretung der Piloten, der Vereinigung Cockpit, haben sich die Kontrahenten auf neue Gespräche verständigt. Am Wochenende werde man wieder zusammentreffen, bestätigte Georg Fongern von der Vereinigung Cockpit am Freitag. Beide Seiten machten aber keine näheren Angaben zum Zeitpunkt und Ort der Gespräche. Offen ist auch, ob Lufthansa ihr letztes Angebot nachbessern wird. Man sei zu "zielgerichteten Verhandlungen" bereit, erklärte Konzernsprecher Klaus Walther. Man hoffe auf eine rasche Einigung. Wenn sich die Lufthansa nicht bewege und ihre Offerte verbessere, seien weitere Arbeitsniederlegungen nicht zu vermeiden, erklärte dagegen Fongern. Spielraum sei vorhanden. Man könne noch Wochen und Monate streiken. Auch spontane Warnstreiks schließt Cockpit nicht aus. Man nehme zunehmende Kritik in der Öffentlichkeit in Kauf. Das sei eine reine Neiddebatte.

Dagegen verzeichne die Vereinigung seit Januar einen deutlichen Zulauf. Fongern sprach von einem Zuwachs von 40 Prozent und mittlerweile 7500 Mitgliedern. Die Vereinigung Cockpit wurde vor zwei Jahren als gewerkschaftliche Vertretung der Piloten formell anerkannt, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow. Der in der Öffentlichkeit in den letzten Tagen wiederholt laut gewordene Vorwurf, die Vereinigung Cockpit sei keine Gewerkschaft und die Arbeitsniederlegungen deswegen illegal, greift damit nicht. Regressansprüche könnte der Luftfahrtkonzern gegenüber der Pilotenvertretung allenfalls dann anmelden, wenn das Unternehmen der Vereinigung Cockpit eine bewusste Schädigung des Konzerns unterstellen und nachweisen würde. Das sei aber de facto kein Thema, erklärte Jachnow.

Zuletzt bot Lufthansa den Piloten für dieses Jahr eine 10,6-prozentige Gehaltserhöhung, eine Gewinnbeteiligung von zwei Monatsgehältern sowie für die nächsten drei Jahre einen Inflationsausgleich und eine vom Unternehmenserfolg abhängige Gewinnbeteiligung an. Cockpit hingegen fordert Gehaltserhöhungen in einem Volumen von etwa 35 Prozent über vier Jahre zuzüglich einer Ergebnisbeteiligung. Der erste ganztägige Streik der Lufthansa-Piloten hatte am Donnerstag nach Angaben von Cockpit zu über 900 Flugausfällen geführt. Es seien 936 von 1140 geplanten Passagierflügen ausgefallen.

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