Wirtschaft : Lufthansa soll sich beteiligen

DÜSSELDORF/FRANKFURT (gja/kol/HB).Die internationalen Allianzen sind bei Lufthansa Chefsache.Seit seinem Amtsantritt als Lufthansa-Chef träumte Jürgen Weber von einem globalen Bündnis großer Airlines.Mit der Gründung der Star Alliance im Mai vergangenen Jahres erfüllte er sich diesen Traum.Gut ein Jahr später zeigt sich, daß das Bündnis weit mehr ist als eine lose Zusammenarbeit und alle Bereiche des Unternehmens betrifft.

Die deutliche Betonung der internationalen Partnerschaften macht für Lufthansa Sinn.Denn kaum eine strategische Entscheidung hat der Lufthansa so viel Gewinn gebracht wie der Schulterschluß mit United Airlines, SAS, Air Canada, Varig, Thai Airways, Air New Zealand und Ansett Australia.400 Mill.DM, so schätzt Finanzvorstand Klaus Schlede, haben die Allianzen im vergangenen Jahr zum Ergebnis beigetragen.Webers Strategie dabei ist klar: Kooperation so eng wie möglich, aber keine finanziellen Verflechtungen.Doch angesichts aktueller Entwicklungen droht dieses Credo zu wanken.Denn Thai Airways hat den Partner Lufthansa massiv aufgefordert, sich an der bisher staatlichen thailändischen Fluggesellschaft zu beteiligen.Die thailändische Regierung hat angekündigt, daß sie sich zunächst von 21 Prozent der Anteile trennen will.Lufthansa, so heißt es jetzt in Bangkok, sei der aussichtsreichste Kandidat für die Übernahme.

Noch ziert sich die Lufthansa.Es seien noch keine Gespräche geführt worden, heißt es offiziell.Doch die Drohung ist klar: Auch Konkurrent British Airways ist als Bieter im Gespräch.Und Weber hat mehrmals betont, sollte es aus "defensiven Gründen" nötig sein, sich finanziell an einem Partner zu beteiligen, dann werde man das überlegen.

Einen Präzedenzfall gibt es schon: Für die Teilprivatisierung von South African Airways hat Lufthansa gemeinsam mit Singapore Airlines ein Gebot abgegeben.Auch hier hat British Airways Interesse gezeigt.

Ein Engagement der Lufthansa bei ihrem thailändischen Partner gilt auch unter Bankanalysten als plausible Möglichkeit.So hält Airline-Analyst Kevin Fogarty von Daiwa Europe es für einen logischen Schritt, wenn Staatsanteile an Thai Airways an einen der heutigen Partner als strategischen Investor verkauft würden.Auch ein erneutes gemeinsames Auftreten von Lufthansa und Singapore sei möglich.

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