Lufthansa : Stewardessen wollen mehr Geld

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo will für die knapp 15.000 Beschäftigten an Bord 15 Prozent mehr Lohn. Auch bei den Piloten werden neue Forderungen laut.

Hannes Heine

Berlin - Bei der Lufthansa haben die Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal begonnen. Die Unabhängige Flugbegleiterorganisation (Ufo) forderte am Mittwoch in Frankfurt am Main für die knapp 15 000 Beschäftigten an Bord der Flugzeuge insgesamt 15 Prozent mehr Lohn. Die Lufthansa hat die Forderung zurückgewiesen – und kurz vor Beginn der Verhandlungen 4,2 Prozent mehr Geld in Aussicht gestellt. Gehe die Lufthansa nicht auf die Forderungen ein, müsse man bereits in wenigen Wochen mit ersten Warnstreiks rechnen, heißt es von der Flugbegleitergewerkschaft

Der derzeit gültige Tarifvertrag läuft zum Jahresende aus. Ein Ausstand könnte mehrere Monate dauern, denn laut Ufo sind die Streikkassen der Gewerkschaft gut gefüllt: Ufo ist 1992 gegründet worden, wurde aber erst 2002 als Tarifpartner der Lufthansa anerkannt – die Mitglieder haben bisher noch keinen Arbeitskampf geführt.

Vor wenigen Monaten hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Lohnerhöhung von 4,2 Prozent für ihre bei der Lufthansa beschäftigten Mitglieder erstritten. Verdi organisiert vor allem das Bodenpersonal, etwa Techniker, während sich die Konkurrenz Ufo als einzig legitime Interessenvertretung der Stewards und Stewardessen versteht. Nach eigenen Angaben konnte Ufo inzwischen die Hälfte der Lufthansa-Flugbegleiter in die eigenen Reihen aufnehmen.

Die Lohnverhandlungen für das Kabinenpersonal werden von Diskussionen innerhalb der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) begleitet. Die Piloten der Lufthansa-Tochter CityLine begehren innerhalb der Gewerkschaft auf. Sie fordern eine Angleichung ihrer etwas schlechteren Arbeitsbedingungen an die des Mutterkonzerns. Die VC hatte in der Vergangenheit eine vollständige Gleichbehandlung aller Piloten nicht durchgesetzt. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende Januar soll nun das weitere Vorgehen beschlossen werden. Der Gewerkschaft gehören nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der 6900 Piloten des Lufthansa-Konzerns an. Die VC gibt es seit 40 Jahren. Sie verhandelt aber als anerkannte Gewerkschaft erst seit 2000 eigenständig mit den Fluglinien. Hannes Heine

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