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Lufthansa-Streik : Keine Pilotenstreiks in den Osterferien

Die Lufthansa streicht wegen des Pilotenstreiks 3800 Flüge. Die Gewerkschaft Cockpit findet den Umfang des drohenden Ausstands angemessen. Der Pilotenstreik zeigt schon an diesem Dienstag (1. April) Wirkung. Laut einer Streichliste auf der Lufthansa-Internet-Seite fallen bereits rund 40 Flüge aus.

Piloten bleiben am Boden. Knackpunkt und Streikanlass sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglicht hatten. In einer Urabstimmung hatten die rund 5400 Piloten zu 99,1 Prozent für einen Arbeitskampf zu diesem Thema gestimmt. Offen ist zudem der Tarifvertrag zu den Gehältern, bei dem die VC ein Plus von knapp zehn Prozent verlangt.
Piloten bleiben am Boden. Knackpunkt und Streikanlass sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den...Foto: dpa

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) will auf weitere Streiks bei der Lufthansa in den nahenden Osterferien verzichten. „Wir werden aus Rücksicht auf die Passagiere die Osterferien aussparen“, bekräftigte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg am Dienstagmorgen im rbb Inforadio. In vielen Bundesländern beginnen die Osterferien am 14. April und dauern zwei Wochen. Danach könnten die Piloten im Falle einer harten Position der Lufthansa weiter „Druck machen“. Wegen des Streiks hat die Lufthansa 3800 Flüge im Streikzeitraum abgesagt.

Der Ausstand beginnt am Mittwoch

Der Ausstand soll an diesem Mittwoch (2.4.) um 00.00 Uhr beginnen und am Freitag (4.4.) um 23.59 Uhr enden. Der Arbeitskampf trifft damit zumindest die Osterferien in Niedersachsen und Bremen, die dort bereits am Donnerstag beginnen. Nach früheren VC-Angaben sollen weitere Streiks bis zum Ende der Osterferien dann ausgeschlossen sein. Die letzten Osterferien enden in diesem Jahr am 2. Mai in Thüringen und Schleswig-Holstein.

Handwerg verteidigte das Ausmaß der Arbeitsniederlegung: „Nein, ein Streiktag hätte unserer Ansicht nach nicht gereicht.“ Streikanlass sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglicht hatten.

In einer Urabstimmung hatten die rund 5400 Piloten zu 99,1 Prozent für einen Arbeitskampf zu diesem Thema gestimmt. Offen ist zudem der Tarifvertrag zu den Gehältern, bei dem die VC ein Plus von knapp zehn Prozent verlangt.

CDU-Politiker Vaatz befürchtet einen volkswirtschaftlichen Schaden.

Angesichts des Piloten-Streiks bei der Lufthansa zieht Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz (CDU) eine Änderung des Streikrechts in Betracht. „Der Pilotenstreik bei der Lufthansa wird einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden auslösen. Diesen Fall sollten wir zum Anlass nehmen, über eine Gesetzesänderung nachzudenken“, sagte Vaatz der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstag). Auch in Tarifkonflikten müssten die Verhältnismäßigkeit und die Chancengleichheiten gewahrt werden.

„Die Schäden, die ein Arbeitskampf auslöst, müssen im Verhältnis zum Anlass stehen.“ Es könne nicht sein, dass eine Gewerkschaft, deren Mitglieder an wichtigen Schaltstellen säßen, ihre Position nutze, bei der Tarifentwicklung schneller voranzukommen als andere.

Die Lufthansa hat als Reaktion auf die Arbeitskampfdrohung von rund 5400 Flugzeugführern von Mittwoch bis Freitag insgesamt 3800 Verbindungen gestrichen.

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