Lufthansa-Tochter : Cityline-Piloten streiken weiter

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Cityline geht bis Freitagmittag zwölf Uhr weiter. Bis dahin werden lediglich 30 von 170 geplanten Flügen starten. Der Lufthansa-Chef Mayrhuber forderte die Piloten zum Einlenken auf.

Frankfurt/Main140 Flüge können nicht durchgeführt werden, erklärte ein Unternehmenssprecher am Morgen. Die Lufthansa gehe davon aus, dass man ab zwölf Uhr wieder zum "normalen Flugprogramm" zurückkehren könne. Eine Sprecherin der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestätigte dies und sagte, dass die Mitglieder den Streik wie geplant nach 36 Stunden beenden werden. Aus der Sicht von Cockpit sei der Ausstand eine erfolgreiche Maßnahme gewesen. Nun wolle man dem Arbeitgeber genügend Zeit geben, um ein neues Angebot vorzulegen.

Die Pilotenvereinigung wirft der Lufthansa vor, bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Die Cityline-Geschäftsführung hatte zuletzt 5,5 Prozent mehr Geld bei 18 Monaten Laufzeit sowie eine Einmalzahlung von 5000 bis 7000 Euro angeboten. Die Gewerkschaft hatte keine konkrete Prozentzahl genannt sondern allgemein eine "substanzielle Vergütungserhöhung" verlangt.

Airline-Chef beschwört Streikende

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber forderte die streikenden Piloten der Regionalflugtochter Cityline zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Derartige Aktionen gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze bei der Lufthansa, sagte Mayrhuber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Schon heute verdienten die streikenden Piloten "20 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare Piloten im Regionalverkehr", sagte der Vorstandsvorsitzende. Angesichts "unüberhörbarer Alarmglocken" in der Luftfahrtbranche sägten die Piloten mit ihrem Streik "an dem  Ast, auf dem sie sitzen".

Am Freitag entfallen nach Angaben der Lufthansa voraussichtlich erneut 140 Flüge bei der Cityline. Konzernschef Mayrhuber entschuldigte sich bei den Passagieren und versprach, alles zu unternehmen, um die Folgen des Streiks möglichst gering zu halten. Mit Blick auf die unterschiedlichen Tarifauseinandersetzungen bei der Lufthansa äußerte sich Mayrhuber besorgt über die wachsende Zahl konkurrierender Fachgewerkschaften. Hier bestehe für die Politik "dringender Handlungsbedarf". (mhz/dpa/AFP)

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