Lufthansa-Tochter : Cityline-Piloten streiken

Nur wenige Tage nach dem Ende der Streiks beim Boden- und Kabinenpersonal steht der Lufthansa erneut Ärger ins Haus: Mehr als 700 Piloten wollen am Donnerstag für 36 Stunden ihre Arbeit niederlegen. Bundesweit sollen rund 360 Flüge ausfallen.

Frankfurt/Main Passagiere der Lufthansa müssen sich heute erneut auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat die mehr als 700 Piloten bei der Lufthansa-Tochter Cityline zu einem 36-stündigen Arbeitskampf aufgerufen. Der Streik hat am heute um Mitternacht begonnen und soll bis zum morgigen Freitag 12.00 Uhr dauern.

Hintergrund seien die festgefahrenen Tarifverhandlungen über die Gehälter für Piloten. Sie werden unabhängig von den Verhandlungen für das Boden- und Kabinenpersonal geführt, bei denen am vergangenen Freitag nach fünf Tagen Streik eine Einigung erreicht worden war.

Von den neuen bundesweiten Arbeitskämpfen sind nach Angaben von Cockpit unter anderem die Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Berlin-Tegel und Leipzig betroffen. Passagiere sollen nach Angaben der Lufthansa nach Möglichkeit auf die Bahn und auf andere Flüge umgebucht werden. Fluggäste könnten sich unter der Telefonnummer 0800-8506070 und im Internet unter www.lufthansa.com informieren.

CityLine bedient ausschließlich Strecken in Europa, vor allem auf wenig frequentierten Linien. 360 der 400 geplanten Cityline-Flüge am Donnerstag seien gestrichen worden, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow.

Urabstimmung bei Verdi läuft

Cockpit begründet die neuen Aktionen damit, dass Lufthansa in den monatelangen Tarifverhandlungen kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe. Bereits im Juli waren die Cockpitbesatzungen der Lufthansa-Töchter Eurowings und Cityline in einen 24-stündigen Ausstand und Ende Juli in einen 36 Stunden dauernden Streik getreten. Im Kern geht es bei den Verhandlungen um mehr Geld, eine konkrete Forderung für eine Anhebung hatte die Gewerkschaft in der Öffentlichkeit aber nicht genannt. Die Lufthansa hatte zuletzt 5,5 bis 6,5 Prozent mehr Geld bei 18 bis 24 Monaten Laufzeit angeboten - dieses Angebot hält Cockpit für nicht verhandelbar.

Derzeit läuft unabhängig von den Piloten eine Urabstimmung der Gewerkschaft Verdi über die am Freitag erzielte Tarifeinigung für die gut 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Sie erhalten rückwirkend zum 1. Juli 5,1 Prozent mehr, ab dem 1. Juli 2009 weitere 2,3 Prozent. Die Piloten des Lufthansa-Mutterkonzerns drohen ebenfalls mit Warnstreiks in den nächsten Tagen. Sie fordern eine Konzern-Personalvertretung bei Deutschlands größter Fluggesellschaft. (sgo/dpa)

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