Wirtschaft : Lufthansa verspätet sich

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Von Flora Wisdorff

Alitalia entlässt, Qantas baut Stellen ab, Air Canada hat Insolvenz angemeldet. Auch KLM will massiv beim Personal sparen. Fast alle Fluggesellschaften von Air France über British Airways bis Swiss haben Flüge gestrichen. Die Lufthansa hat schon vor Wochen sieben Flugzeuge still gelegt. Das hatte noch niemanden so richtig alarmiert. Aber dass die Fluggesellschaft, die eigentlich als Musterschüler die Krise vom 11. September gemeistert hatte, jetzt einen „hohen operativen Verlust“ erwartet und für 29 000 Mitarbeiter am Boden und in der Luft die Arbeitszeit kürzen will, hat dann doch überrascht. Offensichtlich steckt auch die Lufthansa tiefer in der Krise, als bislang vermutet.

Natürlich leidet die Lufthansa wie ihre Konkurrenten darunter, dass die Menschen nicht mehr so oft ins Flugzeug steigen – sie haben Angst vor Krieg und Terror, vor allem aber müssen sie in schwierigen Zeiten sparen. Die Ausbreitung der Lungenkrankheit Sars tut das ihre dazu, um nicht nur Privatreisende, sondern auch Geschäftsleute vor einer Reise zurückschrecken zu lassen. Vor allem auf den Strecken in Richtung Asien schwinden die Passagiere.

Neben Krieg, Terror und Seuche setzen der KranichFluglinie jedoch im europäischen Flugverkehr die Billigflieger zu. Der Preisdruck ist drastisch gestiegen, selbst Geschäftsreisende verzichten auf Miles & More, um preiswert zu fliegen. Deshalb muss die Lufthansa an der Kostenschraube drehen. Bis zum Sommer will der Vorstand neue Konzepte entwickeln – ein bisschen zu spät. Krieg und die Seuche Sars gehen vorbei, die Konjunktur springt irgendwann wieder an. Aber die neue Konkurrenz bleibt.

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