Wirtschaft : Lufthansa zeigt die Muskeln

BERLIN (mo).Der außerordentliche Gewinn durch den Verkauf der Lufthansa-Anteile an Hapag-Lloyd hat der Frankfurter Fluggesellschaft einen eindrucksvollen Gewinnzuwachs im ersten Halbjahr beschert.Vor Steuern konnten über 1,3 Mrd.DM verbucht werden, nach Steuern 924 Mill.DM.Das sind 767 Mill.DM mehr als im ersten Halbjahr 1997, schreibt das Unternehmen in einer Presseerklärung.Dabei entfallen 377 Mill.DM auf den Verkauf von Hapag-Lloyd.Im übrigen wird die jüngste Entwicklung mit der besonders guten Kapazitätsauslastung, einem stabilen Preisklima, dem gesunkenen Treibstoffaufwand und dem konzernweiten Kostensenkungsprogramm erkärt.So wurde mit über 19 Millionen Fluggästen - rund zehn Prozent plus gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum - eine Kapazitätsauslastung im Bereich Passage von fast 72 Prozent erreicht.Hingegen ging der sogenannte Fracht-Nutzladefaktor um knapp ein Prozent auf 69,6 Prozent zurück.Die beförderte Fracht- bzw.Postmenge sank um 0,5 Prozent auf 809 000 Tonnen.Günstig wirkte sich für die Airline der anhaltende Preisrückgang auf den Rohölmärkten aus.So lag der Treibstoffaufwand mit 777 Mill.DM um gut 14 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.Aufwandsmindernd hätten sich überdies auch die Senkung der Vertriebsprovisionen ausgewirkt, schreibt die Lufthansa.Unterm Strich seien Produktivität und Stückkosten deutlich verbessert worden.Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen, das seinen Sparkurs konsequent fortsetzen will, eine deutliche Ergebnisverbesserung.

Der Halbjahresumsatz der Lufthansa erreichte 10,6 Mrd.DM - 7,6 Prozent mehr als der bereinigte Vorjahreswert, wobei sich das Wachstum im zweiten Quartal noch beschleunigt haben soll.Die Erlöse aus der Passagier- und Frachtbeförderung stiegen um 6,6 Prozent auf 9,3 Mrd.DM.Dabei erhöhten sich vor allem die Umsätze im Passagiergeschäft, die um knapp acht Prozent auf 7,4 Mrd.DM zulegten.Die BHF-Bank bewertete die Halbjahreszahlen als exzellent.Man habe 300 Mill.DM Gewinn weniger erwartet, räumte Lufthansa-Analyst Uwe Weinreich auf Anfrage ein.Vor allem die günstigen Kosten für den Treibstoff, der bereits für 1999 von der Lufthansa "zu 80 Prozent günstig gesichert" sei, habe sich positiv ausgewirkt.Die Lufthansa sei eine der profitabelsten Fluggesellschaften der Welt.Die Allianzen und Partnerschaften würden 1998 einen Ergebnisbeitrag von etwa 550 Mill.DM beisteuern.Die Schätzungen für den Gewinn pro Aktie, der derzeit für 1998 bei 2,85 DM pro Aktie bzw.bei 3,15 DM für 1999 liege, werde er um zehn bzw.fünf bis zehn Pfennige erhöhen.An der Börse stieg der Kurs nur vorübergehend und schloß im nachgebenden Markt schwächer.

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