Luftverkehr : Air Berlins Firmensitz umstritten

Air Berlin hat zu der ersten öffentlichen Hauptversammlung nach London eingeladen. Die Aktionäre beschweren sich, da der neue Zentralenstandort auch mit Hinblick auf die Börse nur "Nachteile" bringe.

Berlin - Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hält ihre erste Hauptversammlung nach dem Börsengang vor rund einem Jahr in Großbritannien ab. Wie aus einer im Internet veröffentlichten Einladung hervorgeht, findet das öffentliche Aktionärstreffen in einem Hotel am Flughafen London-Stansted statt. Aktionärsschützer kritisierten den Tagungsort. Der Konzern steuert sein Geschäft von Berlin aus, firmiert aber seit Anfang 2006 als Gesellschaft britischen Rechts (Public Limited Company/PLC). Aktionäre, die ihre Stimme abgeben wollen, könnten persönlich erscheinen oder eine Bevollmächtigung erteilen, heißt es in der Einladung.

Im Streubesitz befinden sich 79,6 Prozent der Anteile. Nach Ansicht der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wäre es "grundsätzlich möglich und wünschenswert" gewesen, die Hauptversammlung in Deutschland abzuhalten. Nun sei eine Teilnahme für deutschen Aktionäre schwierig, sagte DSW-Sprecher Jürgen Kurz. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanlager monierte, aus dem Firmensitz in England ergäben sich "Nachteile für die Aktionäre". Dies habe sich schon zum Börsenstart gezeigt, als der Börsenprospekt in englischer Sprache vorgelegt wurde und zeige sich jetzt wieder.

Air Berlin begründete den Versammlungsort mit dem Firmensitz und damit, dass das Aktionärstreffen nach den Regeln des britischen Rechts organisiert werde. Ein Großteil der Anteilseigner sitze nicht in Deutschland. Aber auch für deutsche Aktienbesitzer sei London per Flugzeug so leicht zu erreichen wie deutsche Großstädte, sagte ein Sprecher. Rechtlich wäre es möglich, die Hauptversammlung des Unternehmens in Deutschland stattfinden zu lassen. (tso/dpa)

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